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© Getty Images/iStockphoto
 
Neurologie 30. September 2013

Oligodendrozyten wachsen im Schlaf

Schlaf erhöht die Produktion von Zellen, die bei der Herstellung von Myelin eine Rolle spielen.

Ein Team der University of Wisconsin hat einen weiteren Grund dafür entdeckt, warum der Mensch schlafen muss. Die Wissenschaftler konnten im Tierversuch nachweisen, dass sich die Produktion von unreifen Myelin-herstellenden Zellen, den sogenannten Oligodendrozyten, verdoppelte, wenn die Mäuse schliefen.     

Am deutlichsten war der Anstieg in der REM-Schlafphase, die mit dem Träumen in Zusammenhang steht. Diese Zunahme wurde durch Gene gesteuert. Im Gegensatz dazu wurden, wenn die Tiere am Schlafen gehindert wurden, jene Gene aktiviert, die für Zelltod und Stressreaktionen relevant sind.

Myelin schützt die Schaltkreise des Gehirns. Die Mediziner gehen daher davon aus, dass Schlafmangel die Symptome einer Multiplen Sklerose verstärken kann. Bei der Krankheit kommt es zu einer Schädigung des Myelin: Das Immunsystem greift die Myelinschicht der Nerven an und zerstört sie in Gehirn und Rückenmark. Bellesi et al. zufolge könnten weitere Studien untersuchen, ob Schlaf einen Einfluss auf die Symptome von MS hat oder nicht.

Bellesi M et al.: Effects of Sleep and Wake on Oligodendrocytes and Their Precursors; The Journal of Neuroscience 2013; 33 (36): 14288–300

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