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Impfen 22. Mai 2013

Impfung gegen Borreliose ist möglich

In einer aktuellen, multizentrischen Studie, an der die MedUni Wien beteiligt war, wurde nun die sichere Wirksamkeit eines möglichen Impfstoffs gegen Borreliose nachgewiesen. Die Ergebnisse der Studie machen Hoffnung auf die Entwicklung eines präventiv einsetzbaren Impfstoffs gegen Borreliose.

An der Studie beteiligt war ein Team von der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie, MedUni Wien, unter der Leitung von Markus Müller, und vom Institut für spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin unter der Leitung von Herwig Kollaritsch gemeinsam mit Studienzentren in New York, Mainz und Tübingen und einem Team der Baxter AG.

In einer klinischen Phase I/II-Studie wurde die Sicherheit und Wirksamkeit des neuen, multivalenten, rekombinant hergestellten Wirkstoffs OspA getestet. Kollaritsch: „Die Studienergebnisse zeigen, dass der Impfstoff einen effektiven Schutz gegen Borreliose bieten könnte und zwar erstmals auch gegen die in Europa vorherrschenden Stämme.“     

OspA (outer surface protein A) ist ein Eiweißmolekül, das auf der Oberfläche der Borrelien sitzt. Wird OspA injiziert, wird es vom Immunsystem als körperfremde Struktur entdeckt und löst eine Immunreaktion aus. Kollaritsch: „Es werden Abwehrmoleküle gebildet, die schützend wirken – spezifischerweise direkt im Zecken, von dem sie während der Blutmahlzeit aufgenommen werden.“

In Österreich erkranken jährlich rund 16.000 Menschen nach einem Zeckenbiss an Borreliose. Etwa jede fünfte heimische Zecke trägt den Erreger. Die Borreliose ist mit Antibiotika gut zu behandeln, eine prophylaktische Impfung ist aber bislang nicht verfügbar.

Wressnigg N et al.: Lancet Infectious Diseases 2013; online 10. Mai 2013

MedUni Wien, Ärzte Woche 21/2013

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