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Schäden durch Sauerstoffradikale sind grün markiert. Links: Nierenkörperchen, in dem Protein C nicht gebildet wird. Rechts ist die Reaktionskette, die zur Anreicherung der Radikale führt, künstlich unterbrochen.
 
Diabetologie 8. April 2013

Protein C schützt die Nieren

Das körpereigene Protein vermindert bei Diabetes die Bildung von Zellgiften in der Niere.

Rund 40 Prozent aller Diabetiker entwickeln nach mehr als 20-jähriger Krankheitsdauer schwere Nierenschäden, die mit der Zeit zum Nierenversagen führen. Wissenschaftler der Universitätskliniken Heidelberg und Magdeburg haben nun entdeckt, dass ein körpereigenes Protein im Tierversuch das Fortschreiten der Nierenerkrankung verlangsamt und sogar stoppt.     

Das Team klärte zudem die molekularen Details dieser Schutzwirkung auf: Indem das Protein die Erbinformation der Nierenzellen an bestimmten Stellen chemisch verändert, unterbricht es eine Reaktionskette, die zur Anreicherung von Zellgiften (Sauerstoff-Radikalen) führen würde. Entstehen weniger Radikale, bleiben die Nierenzellen länger gesund. Bei Diabetikern ist dieser Mechanismus nur eingeschränkt aktiv.

Schutzprotein lindert bereits vorhandene Nierenschäden

Dass bei Diabetikern weniger Protein C entsteht als bei Gesunden, liegt vermutlich an den bei Diabetes häufig auftretenden Gefäßschäden: Sie schwächen das Signal zur Protein C-Bildung.

Die Wissenschaftler spritzten erkrankten Mäusen daher zusätzliches aktiviertes Protein C (aPC). Mit Erfolg: Die Nephropathie schritt nicht weiter fort.

Als Medikament eignet sich aPC in dieser Form trotzdem nicht: Das Protein, das bis 2011 für die Therapie schwerer Entzündungsreaktionen (Sepsis) zugelassen war, kann starke Nebenwirkungen verursachen. „Unsere Ergebnisse beweisen aber, dass dieser Reaktionsweg sich als Ansatzpunkt neuer Therapien eignen könnte“, so Erstautor Fabian Bock.

Bock F et al.: PNAS 2012; doi: 10.1073/pnas.1218667110

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