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Immunologie 10. Juli 2008

Oregano wirkt gegen Entzündungen

Das Gewürz, das aus der italienischen Küche nicht wegzudenken ist, enthält eine Substanz, die gegen Entzündungen zu helfen scheint. Das haben Forscher der Universität Bonn und der ETH Zürich herausgefunden. Sie verabreichten den Wirkstoff namens Beta-Caryophyllen (E-BCP) Mäusen, die eine entzündete Pfote hatten. In sieben von zehn Fällen besserten sich daraufhin die Symptome. Möglicherweise lässt sich E-BCB auch gegen Erkrankungen wie Osteoporose oder Arterienverkalkung einsetzen. Die Studie erschien in den Proceedings of the National Academy of Sciences (2008 105:9099-9104).
E-BCP ist ein typischer Inhaltsstoff vieler Gewürz- und Nahrungspflanzen, wie z.B. Basilikum, Rosmarin, Zimt und schwarzer Pfeffer. Täglich nehmen wir mit unserer Nahrung bis zu 200 mg auf.
Beta-Caryophyllen dockt spezifisch an bestimmte Empfänger-Strukturen in der Zellmembran an, die sogenannten Cannabinoid-CB2-Rezeptoren. Dadurch verändert sich das Verhalten der Zelle und sie schüttet dann beispielsweise weniger entzündungsfördernde Signalstoffe aus. E-BCP ist der erste bekannte natürliche Wirkstoff, der spezifisch an CB2 bindet und nicht an CB1 und daher nicht high macht.
Auch chronische Störungen wie Morbus Crohn – eine Entzündung des Darmtrakts – lassen sich vielleicht mit E-BCP in den Griff bekommen. Wer künftig alle Speisen mit Oregano würzt, lebt damit aber trotzdem nicht unbedingt gesünder. „Das Endocannabinoidsystem kommt dann zum Zuge, wenn bei Stoffwechselprozessen das Gleichgewicht gestört ist“, sagt Professor Zimmer. „Es ist ähnlich wie mit Antidepressiva: Die helfen zwar bei Depressionen. Ein Gesunder bekommt durch sie aber keine bessere Laune."

Universität Bonn/PH

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