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Innere Medizin 13. November 2007

Eure Nahrung sei eure Medizin

Das neu eingerichtete Fortbildungsdiplom der Ärztekammer für orthomolekulare Medizin stellt einen umfassenden Einstieg in die Pharmakologie von und die Pharmakotherapie mit Nährstoffen dar.

Dr. Rainer Schroth ist ärztlicher Leiter der SKA Die Schrothkur und Obmann der Österreichischen Gesellschaft für orthomolekulare Medizin (www.oegom.at). Die orthomolekulare Medizin (OM) erklärt Schroth anhand des Namens: „Orthos bedeutet ,das Richtige‘. Es geht also darum, das richtige Molekül, die richtige Substanz zur rechten Zeit anzuwenden.“
Dementsprechend sind für die Ausübung der OM gute Kenntnisse der Biochemie, Physiologie ebenso wie der Pharmakologie und Toxikologie notwendig. Vitamine, Mineral- und sekundäre Pflanzenstoffe, Spurenelemente sowie Fettsäuren und andere Nahrungsbestandteile gehören zu den Wirkstoffen in der OM. Diese Substanzen sind zumeist als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen – aber die Dosis macht das Gift: und um medizinische Erfolge jenseits des Placeboeffektes zu erzielen, ist eine gründliche Ausbildung vonnöten. In den letzten Jahren finden vermehrt Ideen aus der orthomolekularen Medizin Eingang in die Schulmedizin. Schroth: „Ein Bespiel sind die Omega-3-Fettsäuren zur Verhinderung des plötzlichen Herztodes. Die Indikation gegen plötzlichen Herztod war in der orthomolekularen Medizin bekannt, bevor die Schulmedizin auf den Zug aufgesprungen ist und die Entdeckung einer ,neuen‘ Substanz verkündet hat. Ebenso, dass Vitamin D eigentlich kein Vitamin, sondern ein Hormon ist und viele Anwendungsmöglichkeiten zusätzlich zur reinen ,Vitaminwirkung‘ hat.“ Die orthomolekulare Medizin sieht Zusammenhänge zwischen erniedrig­ten Folsäure- und Vitamin-B-12-Werten und Osteoporose, Depressionen, Anämie und Arteriosklerose (auf Grund erhöhter Homocys­teinspiegel).
Im Rahmen der Ausbildung wird den Ärzten molekularbiologisches Wissen verbunden mit einem ganzheitlichen Ansatz vermittelt. Schroth: „Wie wirkt denn ein Vitamin? Viele Ärzte können sagen, was ein Vitamin ungefähr bewirkt – aber nicht, wie und wo es das tut.“ Und erst, wenn man weiß, wie ein Vitamin funktioniert, könne man erkennen, warum die orthomolekulare Medizin so gut funktioniert.
Besonders bei chronischen Erkrankungen findet die orthomolekulare Medizin Anwendung – darunter fallen für Dr. Schroth alle sogenannten Wohlstandserkrankungen, von Gelenkserkrankungen und rheumatischen Erkrankungen über Osteoporose bis hin zu Herzinsuffizienz und hohem Blutdruck. Im März 2008 beginnt in Salzburg der nächste Ausbildungszyklus.

Dr. Rainer Schröckenfuchs, Ärzte Woche 46/2007

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