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Bei den Mäusen funktionierte das Implantat zum Abnehmen. Bis das System auch Menschen bei der Gewichtabnahme hilft, wird es aber noch Jahre dauern.
 
Allgemeinmedizin 27. November 2013

Schweizer Forscher entwickelten Implantat zum Abnehmen

Aktiviert Botenstoff, der Sättigung signalisiert - bei fetten Mäusen funktioniert es.

Die Idee verspricht Abnehmen ohne Qual: Ein Implantat im Körper überwacht die Blutfettwerte. Gibt es zu viel davon, weil das Essen zu üppig war, aktiviert das Implantat automatisch einen Botenstoff, der Sättigung signalisiert. Forscher der ETH Zürich haben nun ein solches Implantat hergestellt. Bei fetten Mäusen hat es funktioniert.

Übergewicht erhöht die Blutfettwerte, was wiederum als Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall gilt, wie die ETH Zürich am Mittwoch in einer Mitteilung erläuterte. Im Kampf dagegen hat das Team um Martin Fussenegger vom ETH-Departement Biosysteme in Basel einen implantierbaren genetischen Schaltkreis entwickelt.

Die enthaltenen menschlichen Gen-Komponenten bringen verschiedene Proteine und Reaktionsschritte der Nahrungsverarbeitung hervor. Zum einen überwachen sie konstant die Werte von im Blut zirkulierenden Fetten, zum anderen bildet das Genkonstrukt bei übermäßig hohen Blutfettwerten einen Botenstoff, der dem Körper ein Sättigungsgefühl vermittelt.

"Adipöse Mäuse hörten auf zu fressen"

Das Ganze brachten die Forscher in menschliche Zellen und dann in winzige Kapseln ein. Diese implantierten sie übergewichtigen Mäusen, die unlimitierte fetthaltige Nahrung bekamen. Als sich das Genkonstrukt aufgrund der hohen Blutfettwerte einschaltete, hörten die adipösen Mäuse auf zu fressen, berichten die Forscher nun im Fachjournal "Nature Communications". Ihr Körpergewicht nahm messbar ab, die Blutfettwerte normalisierten sich. Daraufhin stoppte der Regelkreis das Signal zur Sättigung wieder.

Die Entwicklung lasse sich allerdings nicht einfach auf den Menschen übertragen, betonte Fussenegger. Ein entsprechendes Produkt zu entwickeln, dauere Jahre. Er könne es sich aber durchaus vorstellen, dass man dereinst stark fettleibigen Menschen mit einem Body Mass Index von weit über 30 ein derartiges Gen-Netzwerk implantieren könnte, um ihnen beim Abnehmen zu helfen. Die Entwicklung könnte eine mögliche Alternative zu chirurgischen Eingriffen wie Fettabsaugen oder einem Magenband sein.

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