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Enthalten nicht nur viel Eiweiß, sondern auch jede Menge Kalium: Hülsenfrüchte
 
Kardiologie 4. Juni 2013

Richtig essen hilft, den Blutdruck zu senken

Aktuelle Daten bescheinigen dem Elektrolyt Kalium einen protektiven Effekt bei der Regulation der Blutdruckwerte.

Eine umfangreiche Metaanalyse, in der Daten von 33 Studien mit Erwachsenen berücksichtigt wurden, bestätigt die Beobachtung, dass die Aufnahme von viel Kalium mit der Nahrung oder als Supplement mit einer Verringerung des Blutdrucks bei Nierengesunden assoziiert ist. Die Ergebnisse der Metaanalyse wurden bei der Aktualisierung der Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Kaliumaufnahme berücksichtigt.

Für die Metaanalyse werteten die Ernährungsexperten um Dr. Nancy J. Aburto von der WHO in Genf die Daten von 22 randomisierten kontrollierten Studien mit mehr als 1600 Teilnehmern und von elf Kohortenstudien mit mehr als 127.000 Teilnehmern aus. Berücksichtigt wurden bei Erwachsenen Studien mit Informationen zum Blutdruck, zu Blutlipiden, Katecholaminen und zur Nierenfunktion sowie zu Gesamtsterberate, kardiovaskulären Erkrankungen, Schlaganfall und KHK. Ausgewertet wurden auch Studien mit Kindern, und zwar vier kontrollierte Studien und eine Kohortenstudie.

In den meisten europäischen Ländern liegt derzeit die täglich aufgenommene Kaliummenge unter dem von der WHO 2002 empfohlenen Wert von 70 bis 80 mmol/l (274 bis 213 mg/dl).

Reduktion um 7 mmHg systolisch ist möglich

In den Studien lagen die aufgenommenen Kaliummengen pro Tag unter 90 mmol/l (351,9 mg/dl), zwischen 90 und 120 mmol/l (469,2 mg/dl), zwischen 120 und 155 mmol/l (606,05 mg/dl) und über 155 mmol/l. Bei Patienten mit Hypertonie bewirkte die Aufnahme hoher Kaliummengen eine Verringerung des systolischen Blutdrucks um 3,49 mmHg (95%-Konfidenzintervall zwischen 1,82 und 5,15 mmHg) und des diastolischen Blutdrucks um 1,96 mmHg (95%-Konfidenzintervall zwischen 0,86 und 3,06 mmHg).

Nach Angaben von Aburto und ihren Kollegen wurde der systolische Blutdruck um 7,16 mmHg (95%-Konfidenzintervall zwischen 1,91 und 12,41 mmHg) reduziert, wenn die Teilnehmer täglich zwischen 90 und 120 mmol/l Kalium aufnahmen. Hinweise auf eine dosisabhängige Wirkung gab es dabei nicht.

Mehr Bohnen und Nüsse essen!

Die Aufnahme großer Kaliummengen hatte bei den Erwachsenen keine negativen Effekte auf die Nierenfunktion, die Blutlipide und die Katecholaminwerte. Zumindest beim Parameter Schlaganfall gab es eine signifikante inverse Assoziation zwischen einer höheren Kaliumzufuhr und der Inzidenz (Risk Ratio 0,76), was die Ergebnisse früherer Studien bestätigt. Das relative Schlaganfallrisiko ist somit um 24 Prozent vermindert.

Der größte schützende Effekt wurde erzielt, wenn pro Tag mindestens 90 mmol/l, also etwa 350 mg/dl, aufgenommen werden. Vermutlich profitieren auch Kinder von einer vermehrten Kaliumaufnahme, allerdings ist die Zahl der Studien dazu noch gering, und die Blutdruckreduktion war in den Studien nicht signifikant.

In ihrer aktualisierten Leitlinie empfiehlt die WHO nierengesunden Erwachsenen deshalb die Aufnahme von mindestens 350 mg Kalium pro Tag. Kaliumhaltige Lebensmittel sind zum Beispiel Hülsenfrüchte, Nüsse, Spinat und manche Früchte, etwa Bananen. Die Leitlinie enthält zudem Empfehlungen für Kinder ab zwei Jahren, bei denen die Kaliummenge, ausgehend von 90 mmol/l, an den Energiebedarf angepasst wird.

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