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Kaliumreiche Ernährung senkt den Blutdruck.
 
Innere Medizin 30. April 2013

Mehr Bohnen und Nüsse essen

Aktualisierte Empfehlung der WHO.

Eine umfangreiche Metaanalyse bestätigt, dass die Aufnahme von viel Kalium mit der Nahrung oder als Supplement mit einer Verringerung des Blutdrucks bei Nierengesunden einhergeht. Die Ergebnisse wurden nun bei der Aktualisierung der Leitlinien der WHO zur Kaliumaufnahme berücksichtigt.

In den meisten europäischen Ländern liegt derzeit die täglich aufgenommene Kaliummenge unter dem von der WHO 2002 empfohlenen Wert von 70 bis 80 mmol/l (274 bis 213 mg/dl).

Für die Metaanalyse wurden die Daten von 22 randomisierten kontrollierten Studien mit mehr als 1.600 Teilnehmern und elf Kohortenstudien mit mehr als 127.000 Teilnehmern ausgewertet. Berücksichtigt wurden bei Erwachsenen Studien mit Informationen zum Blutdruck, zu Blutlipiden, Katecholaminen und zur Nierenfunktion sowie zu Gesamtsterberate, kardiovaskulären Erkrankungen, Schlaganfall und KHK. Ausgewertet wurden auch Studien mit Kindern, und zwar vier kontrollierte und eine Kohortenstudie.

Reduktion um 7 mmHg ist möglich

Bei Hypertonikern bewirkte der Analyse zufolge die Aufnahme hoher Kaliummengen eine Verringerung des systolischen Blutdrucks um 3,49 mmHg und des diastolischen Blutdrucks um 1,96 mmHg.

Nach Angaben von Aburto et al. wurde der systolische Blutdruck um 7,16 mmHg reduziert, wenn die Teilnehmer täglich zwischen 90 und 120 mmol/l Kalium aufnahmen. Hinweise auf eine dosisabhängige Wirkung gab es dabei nicht.

Die Aufnahme großer Kaliummengen hatte bei den Erwachsenen keine negativen Effekte auf die Nierenfunktion, die Blutlipide und die Katecholaminwerte. Zumindest beim Parameter Schlaganfall gab es eine signifikante inverse Assoziation zwischen einer höheren Kaliumzufuhr und der Inzidenz (Risk Ratio 0,76), was die Ergebnisse früherer Studien bestätigt. Das relative Schlaganfallrisiko ist somit um 24 Prozent vermindert.

Der größte schützende Effekt wird der Analyse zufolge erzielt, wenn pro Tag mindestens 90 mmol/l, also etwa 350 mg/dl, aufgenommen werden. Vermutlich profitieren auch Kinder von einer vermehrten Kaliumaufnahme, allerdings ist die Zahl der Studien dazu noch gering, und die Blutdruckreduktion bei Kindern war in den Studien nicht signifikant.

In ihrer aktualisierten Leitlinie empfiehlt die WHO nierengesunden Erwachsenen nun die Aufnahme von mindestens 3.510 mg Kalium pro Tag. Kaliumhaltige Lebensmittel sind zum Beispiel Bohnen und Erbsen mit etwa 1.300 mg pro 100 g, Nüsse (Haselnüsse, Walnüsse: 600 mg), Spinat (550 mg) und manche Früchte, etwa Bananen (300 mg). Die Leitlinie enthält zudem Empfehlungen für Kinder ab zwei Jahren, bei denen die Kaliummenge, ausgehend von 90 mmol/l, an den Energiebedarf angepasst wird.

Originalpublikation: Aburto NJ et al.: BMJ 2013; 346: f1378

springermedizin.de/ple, Ärzte Woche 18/2013

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