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© Valentin Volkov - istockphoto
 
Allgemeinmedizin 28. Dezember 2012

Apfelallergie-Therapie

70 Prozent aller Birkenpollenallergiker haben gleichzeitig eine Nahrungsmittelallergie.

Ein rekombinant hergestelltes Mal d 1 Molekül hat Potenzial zur Behandlung der Birkenpollen-assoziierte Apfelallergie.

Die Birkenpollen-assoziierte Nahrungsmittelallergie ist eine häufige Begleiterscheinung der Birkenpollenallergie. Rund 400.000 Österreicher sind davon betroffen. Ihre Symptome können heutzutage durch Impfstoffe bereits gut behandelt werden. Der Nachteil: „Sie wirken zwar gegen das Birkenpollen-Allergen, aber nur selten gegen die Kreuzallergien“, sagt DI Dr. Barbara Bohle, Leiterin des Christian Doppler-Labors für Immunmodulation, Medizinische Universität Wien. Zudem tritt die Birkenpollenallergie nur saisonal auf. „Unter der Nahrungsmittelallergie leiden die Betroffenen aber viel stärker und länger – nämlich das ganze Jahr.“ 70 Prozent aller Birkenpollenallergiker haben gleichzeitig eine Nahrungsmittelallergie.

Die Betroffenen plagen – etwa beim Verzehr vor allem von Äpfeln, aber auch von Nüssen, Pfirsichen oder Kiwis – Schwellungen und Rötungen oder Juckreiz im Mund- und Rachenbereich. Eine Forschergruppe am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien unter der Leitung von Bohle hat nun herausgefunden, dass sich die „Apfelallergie“ mit einem Apfel-Allergen (Mal d 1) gut behandeln lässt und dabei hilft, die Symptome deutlich zu vermindern.

In der Studie, die jetzt im „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ publiziert wurde, haben die Wissenschafter das künstlich hergestellte Molekül Mal d 1 als Tropfen unter die Zunge verabreicht. Damit wurde der Verzehr des Apfels „imitiert“. Die Folge: Das Immunsystem wurde aktiviert und erste Anzeichen von Toleranz konnten gemessen werden. Das deutet darauf hin, dass bei längerer Behandlungsdauer Betroffene weniger sensibel reagieren und bei einem Biss in den frischen Apfel das Allergen besser tolerieren können.

Bohle: „Somit ist rekombinant hergestelltes Mal d 1 ein vielversprechendes Molekül, um die Birkenpollen-assoziierte Apfelallergie zu behandeln und die Lebensqualität der Betroffenen künftig deutlich zu verbessern.“ Das soll nun in einer klinischen Studie nachgewiesen werden.

Quelle: MedUni Wien

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