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© (c) Yuri Arcurs /Shutterstock

Fasten fördert die zelluläre „Müllabfuhr“: Proteinaggregate und geschädigte Mitochondrien werden entsorgt.

 
Gynäkologie und Geburtshilfe 12. November 2012

Menopause, Andropause und Anti-Aging: Kongress in Wien

Auf der Suche nach dem Jungbrunnen ist derzeit Spermidin im Gespräch. Kann es die Zellalterung tatsächlich bremsen?

Wird die Therapie der Menopause nach zehn Jahren neu konzipiert? Wo liegt der Mechanismus neuer Therapieoptionen? Wird der Gender-Gap zwischen Mann und Frau geschlossen?

Diesen und weiteren Fragen wird der Kongress „Menopause – Andropause – Anti-Aging“ vom 6.–8. Dezember in Wien nachgehen. Fächerübergreifend, wissenschaftlich und praxisbezogen wird der Themenkreis in einem internationalen Forum behandelt.

Evolution der Ernährung

Über 90 Vorträge, Workshops und differenzierte Symposien bieten „State of the Art“ im Bereich Medizin und abseits der Medizin. So wird z.B. der Evolutionsforscher Prof. Dr. Franz Wuketits, Konrad Lorenz Institut für Evolutions- und Kognitionsforschung der Universität Wien, über die Evolution der Ernährung sprechen: „Die Entwicklungsgeschichte der menschlichen Ernährung lässt sich grob in vier Phasen gliedern: Nahrungsaufnahme (Rohkost), Nahrungszubereitung (Kochen, Garen), Nahrungsmittelproduktion (Pflanzenbau und Viehzucht) und Nahrungsmittelverschwendung. Die letzte Phase setzte (in unseren Breitegraden) erst im 20. Jahrhundert ein und ist eine evolutionsgeschichtliche Anomalie.“

Der Hang zur Völlerei ist menschlich

Auch für Überernährung und Übergewicht gibt es in der Evolution der Lebewesen, einschließlich des Menschen, keine Präzedenzfälle. „Es ist paradox, dass das Essen, die natürlichste Sache der Welt, heute zum Problem geworden ist und viele Menschen einer Ernährungsberatung bedürfen, als ob wir heute das Essen neu lernen müssten“, sagt Wuketits.

Die evolutionstheoretische Perspektive hilft, viele heute medizinisch relevante Probleme besser zu verstehen – und zu lösen. „Insbesondere ist dabei zu berücksichtigen, dass ein Hang zur Völlerei zu unserem stammesgeschichtlichen Erbe gehört und sich nur unter den Lebensbedingungen der Zivilisation fatal auswirkt.“

Spermidin statt Dinner Cancelling?

Prof. Dr. Frank Madeo vom Institut für Molekulare Biowissenschaften, Karl-Franzens-Universität Graz, wird in seinem Vortrag auf die gesundheitsfördernden und Anti-Aging-Wirkungen des Fastens eingehen: „Verschiedene Formen der kalorischen Restriktion haben Verbesserungen des kardiovaskulären Systems und des Zuckerstoffwechsels ergeben. Während des Fastens wird ein Prozess der Autophagie (Selbstverdau der Zelle) angeschaltet, der eine Art Müllabfuhr in den Zellen darstellt. Es werden dabei vor allem Proteinaggregate und geschädigte Mitochondrien entsorgt, die während des Alterungsprozesses akkumulieren und die für den altersbedingten Funktionsverlust verantwortlich sein könnten“, erklärt Madeo.

„Spermidin ist eine natürliche nicht-toxische Substanz, die Autophagie unabhängig vom Ernährungsstatus in verschiedensten Modellorganismen anschaltet.“ Die Anti-Aging-Wirkung von Spermidin und ihr molekularer Mechanismus werden am Menopausekongress diskutiert werden.

Diese und weitere Vorträge bietet der Kongress „Menopause – Andropause – Anti-Aging“ vom 6.–8. Dezember in Wien. Programm und Anmeldung: www.menopausekongress.at

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