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Urologie 26. März 2012

Mit Kalzium weniger Prostatakarzinome?

Die Hypothese, dass mit der Aufnahme von Kalzium das Risiko für ein Prostatakarzinom zunimmt, wird durch eine Fall-Kontroll-Studie aus den USA nicht bestätigt. Im Gegenteil: Je kalziumreicher sich die Studienteilnehmer ernährten, desto seltener erkrankten sie an Prostatakrebs.

Die Schutzwirkung beschränkte sich allerdings auf diätetisches Kalzium und auf fortgeschrittene Prostatakarzinome.

In der Studie wurden drei Personengruppen verglichen: Patienten mit bioptisch bestätigtem Prostatakarzinom (n = 108), Patienten mit klinischem Verdacht, aber negativem Biopsieergebnis (n = 161) und gesunde Kontrollpersonen (n = 237). Alle Teilnehmer hatten Fragebögen zur Ernährung und zu bekannten Risikofaktoren des Prostata-Ca ausgefüllt.

Die Kalziumzufuhr insgesamt, aus Mahlzeiten, Kalziumtabletten und Multivitaminpräparaten, lag im Mittel bei etwa 800 mg pro Tag. Wie der Vergleich der „Fälle“ mit jeder der beiden Kontrollgruppen ergab, war eine kalziumreichere Ernährung mit einer geringeren Prostatakrebsrate assoziiert.

Eine höhere Kalziumzufuhr insgesamt wirkte jedoch nur bei Afroamerikanern protektiv, bei hellhäutigen Männern zeigte sich keinerlei Zusammenhang mit der Krebshäufigkeit.

Eine kalziumreiche Diät ließ nur die Rate an hochgradigen Tumoren schrumpfen. Allerdings lag die ernährungsabhängige Kalziumaufnahme auch in der höchsten Terzile bloß bei gut 1.000 mg pro Tag.

Williams, C. D. et al.: Preventing Chronic Disease 2012; 9: 110125; doi:10.5888/pcd9.110125

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