zur Navigation zum Inhalt
 
Allgemeinmedizin 22. Februar 2012

Anleitung zum Abspecken

Der Verein für Konsumenteninformation hat vier Diätratgeber unter die Lupe genommen.

Auch wenn die Festtage schon wieder der Vergangenheit angehören, sind jedoch die Kilos, die man sich um die Weihnachtszeit hinaufgefuttert hat, leider oft geblieben. Nun kündigt sich Schritt für Schritt das Frühjahr an und in Bälde kann wieder mehr Haut gezeigt werden – und der Kampf um die Bikinifigur hat somit begonnen. Da kommen neue Diätratgeber gerade recht. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat vier von ihnen auf Herz und Nieren getestet.

 

Sportmanager und Personaltrainer Patric Heizmann rückt in seinem Ratgeber Ich bin dann mal schlank den überschüssigen Kilos mit einer großen Portion Humor zu Leibe. So lässig wie der Titel kommt auch der Inhalt seines Diätbuches daher. Die Basis seines Abnehmprogramms bildet eine ausgewogene Mischkost, wobei im Tagesverlauf immer weniger kohlenhydratreiche Lebensmittel konsumiert werden und am Abend gibt es dann bevorzugt eiweißreiche Kost. Neben einer Einteilung in sehr gute, gute und schlechte Kohlenhydrate bekommen Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, aber auch Vollkornprodukte, Erdäpfel und Naturreis die Bestnote. Verpönt sind hingegen Weißmehlprodukte, Schokolade und Süßigkeiten sowie Fruchtsäfte und gezuckerte Getränke und Kohlenhydrate in Verbindung mit Fett wie Gansl mit Erdäpfelknödel. Empfohlen wird auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Wie man versteckte Fette und Zucker erkennt, was die Zutatenlisten und die Nährwerttabellen aussagen, wird ebenfalls erklärt. Die Rezepte lassen sich mit ein wenig Zeitaufwand leicht nachkochen, der Aufwand beim Einkauf ist gering. Es gibt Motivationstipps, empfohlen werden Ausdauersportarten sowie Krafttraining. Sowohl die Darstellung als auch die Bebilderung haben Witz und sind verständlich, Schwächen gibt es bei den Angaben zur Intensität der Trainingsdurchführung.

VKI-Fazit: „Ein leicht verständliches, motivierendes Abnehmbuch, das sogar noch Unterhaltungswert hat. Weniger gut finden wir, dass Nahrungsergänzungsmittel empfohlen werden, was wir bei einer ausgewogenen Ernährung für überflüssig halten.“

Die Lauf-Diät

Diplombiologe, Olympiateilnehmer und Laufexperte Herbert Steffny hat mit Dr. Wolfgang Feil, Leiter einer Firma für Sporternährung, eine Diät entwickelt, bei der durch eine Stoffwechseloffensive auch die Fettverbrennung in Schwung kommen soll. Durch gezielte Lebensmittelauswahl würden die Lebensgeister geweckt und durch Bewegung der Körper aktiviert. Auf dem Speiseplan stehen nur drei Mahlzeiten pro Tag, Snacks und Kohlenhydrate (abends) sind verpönt. Milchprodukte werden in Halbfettvariante empfohlen, gesättigte Fettsäuren wie Butter sollen eingespart werden.

Zur schonenden Zubereitung wird der Dampfgarer empfohlen, weiters sei auf ballaststoffreiche Ernährung zu achten. Scharfen Gewürzen kommt nach Ansicht der Autoren eine wichtige fettverbrennende Eigenschaft zu, was wissenschaftlich laut VKI nicht belegt ist. Dazu gibt es genaue Wochenpläne zur Umsetzung eines Sportprogramms, das wahlweise Laufen, Schwimmen, Radfahren und Crosstraining umfasst.

VKI-Fazit: „Ein gutes Konzept, dessen umfangreiches Sportprogramm sich eher an Laufbegeisterte richtet. Weniger gut ist, dass die Autoren den Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlen. Auch die Wichtigkeit von Obst und Gemüse wird nicht genug betont.“

Kohlenhydrate sind keine Dickmacher

Ernährungswissenschaftlerin Christina Lachkovics-Budschedl hat fit10 (www.fit10.at) entwickelt, ein Programm für die Rückkehr zu einem „normalen“ Essverhalten. Es darf dreimal täglich, im Abstand von vier bis sechs Stunden, gegessen werden. Mit einem persönlichen Speiseplan wird die individuelle Menge an Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß berechnet. Das Programm erstreckt sich über zehn Wochen. Es gibt Obst- und Gemüsetage sowie ein Dinner light, kohlenhydratreiche Abendessen sind nur selten gestattet. „Kaum zu glauben, dass eine solche Einschränkung ausgerechnet bei einer Diät vorkommt, die unter dem flotten Titel ‚Kohlenhydrate sind keine Dickmacher‘ verkauft wird“, so die VKI-Tester. Dem flankierenden Sportprogramm geben die Konsumentenschützer nur ein „Genügend“.

VKI-Fazit: „Das Buch macht nur dann Sinn, wenn Sie auch eine (nicht gerade preiswerte) Ernährungsberatung der Autorin von 228,– Euro zukaufen.“

The Dukan Diet

Mediziner Dr. Pierre Dukan lüftet in seinem derzeit nur in englischer Übersetzung vorliegenden Buch das angebliche Schlankheitsgeheimnis der Franzosen. In vier Phasen (Angriffs-, Stärkungs-, Konsolidierungs- und Stabilisierungsphase) geht es dem Übergewicht an den Kragen. In der ersten Phase kommen viel Fisch und Meeresfrüchte ohne jegliche Einschränkung auf den Tisch. Dann darf in Phase zwei viel Gemüse auf den Teller. Ab Phase drei kommen Obst, Vollkornbrot und Käse dazu. Einmal pro Woche muss ein Proteintag eingelegt werden. In der letzten Phase darf wieder „normal“ gegessen werden mit Bevorzugung der Phase-3-Lebensmittel und unter Einhaltung des Proteintages. Als Sportprogramm werden nur Gehen und vier Kräftigungsübungen erwähnt.

VKI-Fazit: „Eine Diät, die wie ein schlecht geschriebener Roman daherkommt: geschwätzig und mit Wiederholungen, sodass man leicht den Überblick verliert. So schlägt Dr. Dukan zur Ankurbelung des Kalorienverbrauchs vor, kalt zu duschen, keine Thermounterwäsche zu tragen und die gewohnte Raumtemperatur um 3° Grad Celsius zu senken. Mon Dieu!“KK

 

Weitere Informationen zu den erwähnten Büchern:
Ich bin dann mal schlank: Die Erfolgsmethode
Patrick Heizmann
GU-Verlag
ISBN 978-39322908-56-9
19,90 Euro

Die Lauf-Diät: richtig essen, richtig laufen, richtig schlank
Südwest-Verlag
Herbert Steffny, Dr. Wolfgang Feil
ISBN 978-3-517-08438-1
14.95 Euro

Kohlenhydrate sind keine Dickmacher: Garantiert abnehmen mit dem 10-Wochen-Plan
Kneipp-Verlag
Christina Lachkovics-Budschedl, Sandra König
ISBN 978-3-7088-0514-6
17,95 Euro

The Dukan Diet
Dr. Pierre Dukan
ISBN 978-1-4447-1033-5
19,90 Euro

Von M. Strausz , Ärzte Woche 8 /2012

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben