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Allgemeinmedizin 14. Dezember 2011

Medien diskriminieren Übergewichtige

Der aktuelle Fall eines Kranken, der von den Feuerwehren Fels am Wagram und Grafenwörth (Bezirk Tulln, NÖ) mithilfe eines Krans und eines speziellen Tragegestells für einen Transport in das Krankenhaus aus seiner Wohnung geborgen werden musste, schlägt in einschlägigen Medien hohe Wellen.

Menschenunwürdig

Klar: So eine Bergung ist nicht alltäglich. Seitens der "Adipositas-Selbsthilfegruppen Österreich" könne aber eine derartige undifferenzierte und menschenunwürdige Berichterstattung einzelner Medien nicht unwidersprochen bleiben, meint der Verein in einer Aussendung. Tendenziöse Berichte wie dieser dienten weder der Aufklärung, noch seien sie geeignet, der Berichterstattungspflicht der Medien zu dienen", so die Präsidentin der Selbsthilfegruppe Elisabeth Jäger.

Rückzug der Betroffenen


Vor nicht allzu langer Zeit ging ein Bericht durch die Medien, in denen ein rund 200 Kilo schwerer Patient für eine Röntgenuntersuchung in das veterinärmedizinische Institut gebracht wurde. Dieser Mann hat inzwischen 100 Kilo abgenommen und blickt heute mit Schrecken auf diese Berichterstattung zurück. Andere "Dicke" sehen derartige Berichte und werden dann mitunter abgehalten, etwas gegen ihre Erkrankung zu unternehmen.


Jäger zitiert in diesem Zusammenhang den US- Adipositas-Forscher Prof. Mark S. Gold," ...das steigende Übergewicht resultiert nicht aus der Willen- und Disziplinlosigkeit der Betroffenen, sondern aus den immer neu designten Nahrungsmitteln. Wir bekommen Nahrung zu kaufen, die dazu entwickelt wurde, drogenartige Wirkung zu erzeugen..." Dem sei ihrer Meinung nach nichts hinzuzufügen.

 Weitere Informationen unter www.adipositas-shg.at  

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