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Lebensmittelintoleranz, Histamin, Fruktose, Laktose, Gluten, Allergie, Ernährung

Gesund essen & trotzdem krank Gluten-, Lactose-, Fructose-, Histamin-Intoleranz Wolzt, Michael; Ring, Johannes; Feffer-Holik, Silvia 120 Seiten, 14,90 Euro Verlagshaus der Ärzte 2008 ISBN 9783902552013

 
Endokrinologie 8. Februar 2011

Wenn das Essen Probleme macht

Eine repräsentative Umfrage zeigt: 30 Prozent der Österreicher leiden unter einer Lebensmittelintoleranz.

„Laktosefrei“, fruktosefrei“, glutenfrei“ – wer auf diese Hinweise auf Lebensmittelpackungen achten muss, weiß, dass er auf bestimmte Inhaltsstoffe im Essen mit Unpässlichkeit des Darms reagiert. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass fast jeder Dritte unter einer Form von Lebensunverträglichkeit leidet.

 

Zwar wissen fast alle Österreicher, dass es Lebensmittelunverträglichkeiten gibt. Allerdings zeigt die Umfrage auch einen Mangel an Wissen zum Thema. Joshi Schillhab, Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts OEKONSULT, meint dazu: „Die meisten Befragten sind überfordert mit der Frage, ob ein Lebensmittel unbedenklich ist oder ob es Symptome einer Unverträglichkeit auslösen kann. Kaum jemand kennt den Unterschied zwischen Allergie und Unverträglichkeit. Wir haben hier einen Bedarf an Bewusstseinsbildung und Sachinformation bei Ernährungsfragen.“

Intoleranzen

Die häufigsten Formen von Lebensmittelunverträglichkeit sind Histamin-, Fruktose- und Laktoseintoleranz. Prof. Dr. Michael Wolzt, Facharzt für Innere Medizin an der Uniklinik Wien, dazu: „Eine Unterscheidung zwischen Allergie und Unverträglichkeit ist für den Laien oft schwierig, aber sie ist essentiell. Immerhin bedeutet der Unterschied für den Betroffenen, dass er bei einer Allergie auf eine Reihe von Lebensmitteln komplett verzichten muss. Bei einer Unverträglichkeit muss er sich zwar einschränken, es gibt jedoch die Möglichkeit, mittels Zufuhr von Enzymen die unverträglichen Lebensmittel genießen zu können.“ Daher rät Wolzt auf jeden Fall zur Diagnose: „Die Patienten müssen ein Ernährungsprotokoll führen, um zu einer abgestimmten Diät zu kommen. Mit dieser Diät ist ein nahezu beschwerdefreies Leben möglich.“ Mit 30 Prozent an Betroffenen ist die Laktoseintoleranz am weitaus häufigsten, gefolgt von der Intoleranz gegen Fruktose (5 bis 7 %) und Fruktose (1 bis 2  %).

Unverträglichkeiten entwickeln sich oft mit zunehmendem Alter. Die Ursache für Fruktose-Malabsorption ist eine Unterfunktion des Aufnahmesystems für Fruktose im Darm. Die Diagnose dieser Verdauungsstörungen kann mittels eines einfachen Atemtests nach einer Provokationsmahlzeit gestellt werden.

Die Symptome der Nahrungsmittelunverträglichkeit sind Bauchkrämpfe, Blähungen oder Durchfall. Neben der Vermeidung unverträglicher Lebensmittel können Ärzte Betroffnenen raten, Kapseln zum Essen einzunehmen, die das im Darm fehlende Enzym enthalten. Bei der Laktoseunverträglichkeit ist ein Präparat mit neutraler Laktase günstig, wie Biochemiker Dr. Albert Missbichler, Wissenschaftlicher Leiter der Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Forschung und Weiterbildung im Bereich nahrungsmittelbedingter Intoleranzen (NutriDis) und CSO von Sciotec Diagnostic Technologies, erzählt. „Die neutrale Laktase im Dünndarm hat gegenüber der sauren Laktase im Magen den Vorteil, länger zu wirken und damit auch eine größere Menge an Laktose abzubauen."

 

www.nutridis.at

www.alles-essen.at

 

Quelle: Pressekonferenz „Unverträgliches Österreich“, 19. Jänner 2011, Wien

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