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© pixelio.de / Günter Havlena
Keiner der Patienten hatte eine Allergie auf nichtmodifizierten Weizen.
 
Dermatologie 9. November 2010

Neues Weizen-Allergen Meripro 711

Das veränderte Weizen-Produkt Meripro 711 kann anaphylaktische Reaktionen verursachen. Es wird in der Nahrungsmittelindustrie verwendet und kann in einer breiten Palette von Produkten vorgefunden werden. Im Allergie-Zentrum im Odense Universitätsklinikum in Dänemark wurden fünf Patienten behandelt, die anaphylaktische Reaktionen auf Backwaren gezeigt hatten, in denen Meripro 711 enthalten war. Keiner der Patienten hatte eine Allergie auf Nahrungsmittel, auch nicht auf nichtmodifizierten Weizen. Eine Analyse der Inhaltsstoffe zeigte, dass sich die allergische Reaktion lediglich auf den Anteil des veränderten Weizens in den Lebensmitteln bezog. Der Weizen war zur besseren Durchmischungsfähigkeit mit Fett verändert worden. Prof. Dr. Carsten Bindslev-Jensen, dänischer Botschafter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) und Leiter des Allergie-Zentrums im Odense Universitätsklinikum, Dänemark, sagt: „Meripro 711 ist in ganz Europa in zahlreichen Produkten enthalten. Das Weizenprodukt könnte die Erklärung für eine Reihe von anaphylaktischen Reaktionen bei Patienten sein, die wir bisher nicht erklären konnten.“ Allergische Reaktionen scheinen zwar selten zu sein, „die Informationen über das neue Weizen-Allergen sind jedoch von entscheidender Bedeutung für Ärzte, die anaphylaktische Reaktionen behandeln“, so Bindslev-Jensen. Die gemeinnützige Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) hat ihren Sitz an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin.

ECARF/PH, hautnah 4/2010

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