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Antioxidative Substanzen, wie sie in Obst und Gemüse beinhaltet sind, können die Lungenfunktion von COPD-Patienten verbessern.
 
Pulmologie 27. Oktober 2010

Antioxidanzien verhindern COPD-Progression

Inflammatorische Eigenschaften von Vitaminen können oxidative Stressmechanismen entkräften.

Eine Ernährung reich an antioxidativen Inhaltsstoffen kann gegen das Fortschreiten der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) schützen und die Lungenfunktion verbessern. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler aus Griechenland, die ihre aktuellen Studiendaten auf dem 20. Jahreskongress der ERS in Barcelona, Spanien, präsentierten.

COPD ist charakterisiert durch episodisch verlaufende Exazerbationen und einen erhöhten oxidativen Stress, der in der Folge die systemische Entzündung erhöhen kann. Hypothetische Überlegungen führten zu der Annahme, dass die positive Beeinflussung des oxidativen Stresses eine schützende Wirkung auf die COPD haben könnte. Die Richtigkeit dieses wissenschaftlichen Ansatzes untermauern auch andere Studien, die zeigen konnten, dass Nahrungsmittel, die reich an Antioxidanzien sind, den durch Rauchen und Luftverschmutzung verursachten oxidativen Stress vermindern können.

Lungenfunktion verbessert

Das wissenschaftliche Team um Dr. Eliana Keranis, Health Center Argalasti Volos, Griechenland, untersuchte den Zusammenhang zwischen verbesserter Lungenfunktion und der Aufnahme von Lebensmitteln mit erhöhtem Antioxidanzienanteil über einen Zeitraum von drei Jahren. In dieser prospektiven, randomisierten Open-label-Studie wurden 120 Patienten mit unterschiedlichen COPD-Stadien eingeschlossen. Im Gegensatz zur Kontrollgruppe wurde die Interventionsgruppe einer Ernährungsform zugewiesen, die reich an frischem Obst und Gemüse war. Der mittlere Verbrauch des Antioxidanzienanteils war in der Interventionsgruppe über die gesamte Studiendauer höher als in der Kontrollgruppe (p < 0,05). Zusätzlich wurden die Patienten alle sechs Monate einer Spirometrieuntersuchung unterzogen.

Nach Auswertung der Ergebnisse in Abhängigkeit von Geschlecht, Alter, Raucherstatus, Komorbiditäten und Exazerbationen kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass ein überdurchschnittlicher Antioxidansverbrauch mit einer statistisch signifikanten Verbesserung der Lungenfunktion (p < 0,01) assoziiert war. Zudem verzeichnete die Interventionsgruppe eine jährliche Zunahme des FEV1-Wertes, während die Kontrollgruppe eine Verschlechterung der FEV1-Werte innerhalb der drei Jahre zu verbuchen hatte.

Vitamine entschärfen Sauerstoffradikale

„Antioxidative Substanzen wie Vitamin C, E und Betacarotin haben durch ihre antiinflammatorische Eigenschaft und ihre unterstützende Wirkung bei der Hydratation in den Atemwegsoberflächen die Fähigkeit, Sauerstoffradikale abzupuffern“, erklärt Keranis. Obwohl diese Hypothese plausibel scheint, kann nicht ausgeschlossen werden, dass der positive Effekt von Obst und Gemüse auf andere bioaktive Nährstoffe zurückzuführen ist. Die Ergebnisse legen aber nahe, dass ein erhöhter Antioxidanzienanteil – wie sie mit einer gesunden Ernährung durch Obst und Gemüse zu erreichen wäre – positiv das Krankheitsgeschehen der COPD beeinflussen kann, resümiert Keranis.

Die Studie „Impact of dietary shift to higher antioxidant foods in COPD: A randomized trial“ ist im European Respiratory Journal ERJ October 1, 2010 vol. 36 no. 4 774-780, veröffentlicht.

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