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Orthopädie 1. September 2010

Glycitein vermindert die murine Osteoklastenbildung und erhöht Apoptose

GRUNDLAGEN: Phytoöstrogene (z. B. Genistein) zeigen sowohl in vitro, als auch in vivo positive Effekte auf den Knochen. Der Effekt von Glycitein auf die Knochenzellen ist jedoch bis dato noch unbekannt. Das Ziel dieser Studie war es, die Effekte von Glycitein in vitro auf die Osteoklasten-Differenzierung und die Apoptose zu untersuchen.

METHODIK: Aus Knochenmark generierte Osteoklasten wurden mit Glycitein in verschiedenen Konzentrationen (10−11–10−7 M) kultiviert. Die Osteoklastengeneration wurde durch Zählen der multinukleären, tartrat-resistenten sauren Phosphatase (TRAP) positiven Zellen, die Apoptose anhand der Aktivität der Caspase 3/7 analysiert. Aus dem Knochenmark generierte Osteoblasten wurden in Anwesenheit von 10 nM Glycitein kultiviert, anschließend wurde die Genexpression von Receptor activator of NFκB ligand (RANKL), Osteoprotegerin (OPG) und von Interleukin-6 (IL-6) mittels real-time PCR gemessen.

ERGEBNISSE: Die Osteoklastengeneration wurde durch Glycitein biphasisch und dosisabhängig gehemmt; die größten Inhibitions effekte wurden bei 10 nM (−70 %, p < 0,01) beobachtet. Glycitein erhöhte die Caspase 3/7-Aktivität um 15 % bei einer Konzentration von 10 nM (p < 0,001). Darüber hinaus verminderte 10 nM Glycitein die Il-6-Expression (−53 %, p < 0,05) sowie die RANKL-Expression (−64 %, p < 0,05) bei Osteoblasten, veränderte jedoch nicht die mRNA-Spiegel des OPG.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Unsere Daten zeigen, dass Glycitein die Osteoklastengeneration supprimiert und die Osteoklastenapoptose in vitro in einem ähnlichen Ausmaß induziert, wie Genistein. Dies würde somit dafür sprechen, dass Glycitein auch in vivo positive Effekte auf den Knochen ausübt.

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