zur Navigation zum Inhalt
Foto: wikipedia / Ärzte-Woche-Montage
 
Ernährung 15. Juni 2010

Die AMA niest zurück

Joghurt-Streit: Das Handelsgericht erließ eine einstweilige Verfügung.

Mit dem Slogan „Komm, nies mich an“, warb Radiomoderator Robert Kratky vor einiger Zeit für die abwehrstärkende Wirkung eines Milchprodukts von Danone. Als die AMA ihrerseits propagierte, dass jedes Joghurt das Immunsystem stärke, wurde sie auf Unterlassung geklagt. Sie geht nun in Rekurs.

 

Im Joghurt-Streit hat der multinationale Nahrungsmittelkonzern Danone einen ersten Etappensieg errungen. „Das Handelsgericht Wien hat eine einstweilige Verfügung gegen die von Danone geklagte Joghurt-Werbung der AMA (Agrarmarkt Austria Marketing) erlassen. Wir gehen aber in den Rekurs, weil wir der Ansicht sind, dass unsere eingebrachten Argumente nicht ausreichend gewürdigt wurden. Immerhin haben wir Studien namhafter Wissenschaftler und Institute über die allgemeine gesundheitsfördernde Wirkung von Joghurt beigebracht“, erklärt Stephan Mikinovic, Geschäftsführer der AMA Marketing. „Auch die zuständige Behörde, die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit), hat uns in einem eigenen Gutachten bestätigt, dass die AMA-Werbung keinesfalls gegen gültige lebensmittelrechtlichte Bestimmungen verstößt und dass wir in unserer Vorgangsweise die notwendige Sorgfaltspflicht walten ließen.“

Der französische Konzern Danone hatte die AMA Marketing vor Ostern geklagt: Die Werbung mit dem Slogan „Jedes Joghurt stärkt die Abwehrkräfte“ oder „Schon ein einfaches Joghurt regt die Darmflora an und stimuliert das körpereigene Immunsystem“ sei zu unterlassen.

Danone stellt sich damit vor sein eigenes Produkt Actimel©, das mit dem Slogan „Actimel stärkt Ihre Abwehrkräfte“ beworben wird. Am 30. Mai 2010 hat das zuständige Handelsgericht Wien eine einstweilige Verfügung gegen die angesprochene AMA-Werbung erlassen. Laut AMA war ohnehin geplant, die inkriminierte Joghurt-Werbung nach Ostern einzustellen.

Die AMA Marketing ist in Österreich für das gesamte Agrarmarketing und die generische (also produkt- und nicht firmenbezogene) Werbung für landwirtschaftliche Produkte zuständig. Finanziert wird sie durch die Agrarmarketingbeiträge der Landwirte und durch Kofinanzierungen der EU.

 

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben