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Endokrinologie 21. April 2010

Wie Laktat dick macht

Milchsäure wirkt nicht nur als Energiespeicher, sondern auch als Botenstoff. Damit wurde erstmals nachgewiesen, dass ein Zwischenprodukt des Stoffwechsels den Stoffwechsel selbst in Hormon-ähnlicher Weise beeinflusst.

Die Freisetzung von Laktat ins Fettgewebe setzt einen Mechanismus in Gang, den Forscher um den Pharmakologen Prof. Dr. Stefan Offermanns, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim, Deutschland, nun entschlüsselt haben: Am Anfang stand die Entdeckung des Rezeptors GPR81. Dieses Protein wird vornehmlich auf der Oberfläche von Fettzellen gebildet. Wird es durch Laktat aktiviert, hemmt er das Enzym Adenylylcyclase. Dadurch wird die Bildung des Botenstoffes cAMP vermindert, dem eine Schlüsselfunktion beim Fettabbau zugeschrieben wird. „Auf diese Weise hemmt eine Erhöhung des Laktatspiegels im Fettgewebe den Abbau von Fett“, sagt Offermanns. So wird verhindert, dass nach Mahlzeiten zusätzlich Fettreserven mobilisiert werden. Bei einer energiereichen Ernährung führt dies dazu, dass Fettzellen vermehrt Laktat produzieren, was den Fettabbau hemmt und zum Aufbau der Fettdepots beiträgt. Laktat greift also als Botenstoff in den Fettstoffwechsel ein. „Wir vermuten, dass auch andere Stoffwechselprodukte diese Fähigkeit besitzen“, so Offermanns. Mäuse ohne den Rezeptor GPR81 nahmen trotz kalorienreicher Nahrung weniger stark zu. Nun soll untersucht werden, wie der GPR81-Rezeptor bei Stoffwechselerkrankungen genutzt werden könnte.

Quelle: Ahmed, K. et al.: Cell Metabolism 2010; 11(4): 311–9

Max-Planck-Gesellschaft/PH, Ärzte Woche 16 /2010

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