zur Navigation zum Inhalt
Umfrage: Über Über ein Drittel der Österreicher möchte die Fastenzeit zum Abnehmen nützen.
 
Ernährung 16. Februar 2010

Fasten lernen

Ärzte und Therapeuten scheitern bei Patienten häufig an der notwendigen Lebensstiländerung. Die GGF-Fastenakademie bietet einen Lehrgang, um Menschen bestmöglich auf dem schwierigen Weg zu begleiten.

"Begonnen hat es mit einer Fasten-für-Ärzte-Woche", erzählt Eduard Pesina, Präsident der Fastenakademie der GGF (Österreichische Gesellschaft für Gesundheitsförderung). Der schlanke Chirurg aus Klosterneuburg hatte schon damals keinen Grund zum Abnehmen. Der Gewichtverlust war für ihn nur ein Nebeneffekt . „Mich interessiert die emotionale Seite“, erzählt er, „weil man beim Fasten ganz auf sich konzentriert ist. Ohne Ablenkung durch Fernsehen, Freunde, oder Arbeit.“ Damals wollte er, nach einigen Selbstversuchen, die Reduktion aufs Wesentliche unter professioneller Anleitung lernen. Das war der Anfang einer Faszination, die bis heute andauert. Einmal im Jahr leitet er jetzt selbst „Fastenwochen für Ärzte“.

Fasten liegt im Trend

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass der Mediziner mit seinem Wunsch nach Verzicht nicht alleine ist: Über ein Drittel möchte die Fastenzeit zum Abnehmen nutzen. So das Ergebnis einer aktuellen Studie von Marketagent.com. Männer (34,8%) genauso wie Frauen (35,8%). Besonders hoch liegt der Anteil der Fastenwilligen bei der Generation 50 plus. Hier plant sogar jeder Zweite eine Phase der Mäßigung.

Obwohl das Fasten im Trend liegt, scheitert in der Praxis die langfristige Lebensstiländerung häufig. Hier möchte Eduard Pesina mit dem zertifizierten Lehrgang an der Fastenakademie ansetzen. „Ein Arzt, der selbst gefastet hat und daher weiß, was man erreichen kann, hat die Chance, seine Patienten viel persönlicher zu beraten“, ist Pesina überzeugt. Deshalb startet die Ausbildungsreihe mit der Reduktion am eigenen Leib. Nach einer Woche Selbsterfahrung folgen vier weitere Ausbildungsmodule, eine Woche Hospitation inklusive. „Unser Lehrgang ist aber nicht mit der Ausbildung zum Heilfastenarzt zu verwechseln“, betont der Chirurg, der auch selbst eine Ernährungspraxis betreibt. „Ich weiß mittlerweile, dass sich nicht alles einfach wegschneiden lässt.“

Ein Fastenarzt hat die Möglichkeit, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Vorschläge anzubieten, so Pesina: „Bei Patienten mit leicht erhöhtem Zucker oder Bluthochdruck kann man die Medikation noch verhindern. Die nehmen eine Lebenstiländerung in Kauf, bevor sie Tabletten schlucken müssen.“

Und auch im Falle der nicht so seltenen Fastenkrise wisse ein diplomierter Fastenarzt, welche Motivation zum Durchhalten beiträgt. Im Mai ist es in Oberösterreich wieder soweit: Nach der „Fastenwoche für Ärzte“ findet anschließend am 29. Mai die jährliche Tagung der Fastenakademie statt.

 

Nähere Informationen unter
www.gesundheitsfoerderung.at/arzt

 

Von Andrea Niemann, Ärzte Woche 7 /2010

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben