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HNO 9. Februar 2010

Tinnitus trotz Kaffeekarenz

Abrupter Koffeinentzug hat nicht nur keine positive Auswirkung auf einen vorhandenen Tinnitus, sondern könnte die Betroffenen sogar zusätzlich belasten.

Viele Experten befürworten einen Koffeinentzug als sinnvolle Maßnahme gegen Tinnitus. Eine britische Studie stellte diese Hypothese auf den Prüfstand, da es an relevanten Daten dazu mangele. Zudem würden akute Entzugssymptome den Zustand der Tinnituspatienten möglicherweise sogar verschlechtern. Wer an den regelmäßigen Konsum von Koffein gewöhnt sei, könne beispielsweise Kopfschmerzen bekommen.

An dem 30-tägigen Entzug nahmen 66 Freiwillige mit Tinnitus teil, die gewöhnlich mindestens 150 mg Koffein pro Tag zu sich nahmen. Ihr bisheriges koffeinhaltiges Getränk wurde doppelblind durch ein koffeinfreies ersetzt. Entweder folgte dem bisherigen Koffeinkonsum stufenweise ein Entzug; oder diesem Entzug folgte eine Wiedereinführung des gewohnten Koffeinkonsums.

Das Koffein zeigte keinen Effekt auf den Schweregrad des Tinnitus. Die Auswertung von Fragebögen ergab, dass die mittlere Differenz zwischen koffeinhaltigen und koffeinfreien Tagen nur minimal war. Die Forscher beobachteten signifikante akute Nebenwirkungen des Entzugs. Sie fanden keine Evidenz dafür, einen Koffeinentzug als Tinnitustherapie zu rechtfertigen. Sie folgern, dass akute Entzugserscheinungen die Tinnitusgeplagten sogar noch stärker belasten.

 

Quelle: Claire L. S. et al.: International Journal of Audiology 2010; 49(1): 24–9

medizin-online.de/PH, Ärzte Woche 6 /2010

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