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Ernährung 1. September 2008

Lebensmittel sind oft ungesund

Sie locken auf der Verpackung mit Comicfiguren oder Sportbildern: Viele Lebensmittel zielen ganz eindeutig darauf ab, das Interesse von Kindern zu wecken. Und damit die Eltern die Produkte auch guten Gewissens kaufen, werben die Anbieter mit dem angeblich guten Nährwert ihrer Produkte. Aber diese Angaben täuschen, wie eine kanadische Analyse von 367 solcher Lebensmittel zeigt.
Über das ernüchternde Resultat berichten die Ernährungsforscher der Universität Calgary in der Zeitschrift Obesity Reviews (2008 9: 368-377): 89 Prozent der Waren, also neun von zehn Produkten, stuften sie als bedenklich ein. Die Lebensmittel enthielten entweder zu viel Zucker, zu viel Fett oder zu viel Salz. 62 Prozent der definitiv ungesunden Produkte warben auf der Verpackung mit ihrem angeblich guten Nährstoffgehalt. So hieß es etwa, die Waren seien fettarm, reich an Kalzium oder frei von Farbstoffen und künstlichen Aromen. Dies sagte aber wenig über den gesamten Nährstoffgehalt aus.
„Die Resultate sind Grund zur Sorge“, sagt Studienleiterin Dr. Charlene Elliott. Gerade angesichts des häufigen Übergewichts bei Kindern sei eine gute Ernährung sehr wichtig. Bis zu 35 Prozent der Kinder in Nordamerika und Europa gelten als übergewichtig. Dabei erhöht die Körperfülle nicht nur das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen, sondern sie belastet oft auch die Psyche des Kindes. „Wenn Eltern ein Produkt sehen, das bestimmte Nährstoffangaben macht, könnten sie annehmen, dass das Lebensmittel nährstoffreich ist“, sagt Elliott. „Unsere Studie zeigt, dass dies in der überwiegenden Mehrheit der Fälle eindeutig nicht stimmt.“

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