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Innere Medizin 30. April 2008

Runder Bauch, guter Appetit

Große Fettpolster am Bauch tragen selbst zu ihrer eigenen Vermehrung bei. Kanadische Forscher haben herausgefunden, dass das Bauchfett ein Hormon produziert, welches die Esslust stimuliert und zur Bildung neuer Fettzellen führt. Starkes Übergewicht ist ungesund, und besonders ungesund als Bauchfett um die Körpermitte. Androide Fettverteilung bringt ein höheres Risiko, an Diabetes, Bluthochdruck und einigen Krebsarten zu erkranken, mit sich. Wissenschaftler der Universität Ontario haben nun eine weitere negative Eigenschaft des „Rettungsrings“ entdeckt.
Für das Essverhalten spielt ein Hormon namens Neuropeptid Y (NPY) eine zentrale Rolle, denn es gehört zu den stärksten bekannten Appetitmachern. Bei vielen übergewichtigen Menschen trägt eine Überproduktion dieses Hormons zur Esslust bei und macht das Abnehmen schwer.
Nach traditioneller Lehrmeinung wird das NPY ausschließlich im Gehirn produziert. Doch eine neue Studie von Dr. Yaiping Yang und seinen Kollegen von der Universität von Western Ontario widerspricht dieser Annahme. Yang et al. entdeckten, dass das Hormon auch im Fettgewebe der Körpermitte erzeugt wird. Hier stimuliert es die Produktion weiterer Fettzellen.
Für Yang ist dies der Ursprung eines Teufelskreises: „Das NPY im Gehirn lässt uns mehr essen und dadurch werden wir dicker. Dann erzeugt dieses Fett in der Körpermitte noch mehr NPY Hormon, und das führt zu noch mehr Fettzellen.“
Als Nächstes wollen die Wissenschaftler herausfinden, ob das im Fettgewebe produzierte Hormon nur lokal oder aber auch im Gehirn wirkt. „Wir wollen wissen, ob NPY mit der Blutbahn zum Gehirn transportiert wird und dort möglicherweise zum Hungergefühl beiträgt“, erklärt Yang. Falls dies der Fall wäre, könnte man einen Bluttest entwickeln, um erhöhte Hormonspiegel festzustellen.

Quelle: Univ. of Western Ontario

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