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Allgemeinmedizin 30. September 2013

Buchtipp: Ärztliches Praxishandbuch Gewalt

Literatur

Scharfsinnig, konkret und nüchtern: Das Ärztliche Praxisbuch GEWALT zeichnet einen gangbaren Weg im Umgang mit Gewaltopfern auf.

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe; Hessisches Sozialministerium (Hrsg.)
2013, 283 S, Paperback, 30,80 Euro
ISBN 978-3-941130-128
Verlag S. Kramarz

In der Bevölkerung genießen Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte hohes Ansehen und Vertrauen. Häufig sind sie die ersten und einzigen möglichen Ansprechpartner für gewaltbetroffene Frauen, Kinder und pflegebedürftige Personen. Doch die Betroffenen verschweigen oft aus Scham oder Angst die wahren Ursachen ihrer Verletzungen und Beschwerden. Um das gesellschaftliche Tabuthema anzusprechen, bedarf es einer gehörigen Portion Mut sowohl seitens der Gewaltopfer als auch seitens der Ärzteschaft und Pflegepersonen.

Die Komplexität und die Dynamik häuslicher Gewalt, insbesondere die Gewalt sowie die Anwendung freiheitsentziehender Maßnahmen gegenüber pflegebedürftigen, älteren Menschen und das korrekte Vorgehen bei Kindesmisshandlungen stellen für alle Fachleute im Gesundheitswesen eine große Herausforderung dar. Neben dem Erkennen von Gewaltfolgen, der sensiblen Gesprächsführung, der gerichtstauglichen Dokumentation ist die Weitervermittlung an spezialisierte Beratungseinrichtungen von entscheidender Bedeutung.

Im vorliegenden Sammelband, an dem 81 Autorinnen und Autoren aus Praxis und Wissenschaft mitgearbeitet haben, sind neueste Erkenntnisse ebenso wie Instrumentarien zur gemeinsamen Intervention und Gewaltprävention eingeflossen. Erstmalig liegt ein umfassendes Standardwerk mit vierfarbiger Med-Doc-Card und Dent-Doc-Card im kompatiblen Kitteltaschen-Format vor, das sich an alle medizinischen Fachdisziplinen richtet.

Lesen Sie auch den Ärzte-Woche-Artikel auf SpringerMedizin.at: Häusliche Gewalt – ein weltweites Gesundheitsproblem

Mag. Dr. Barbara Schleicher, Ärzte Woche 40/2013

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