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© Philipp Humbsch
Erste Hilfe-Kurse für Schüler sollten obligatorisch sein, Auffrischungskurse für Eltern detto.
 
Intensiv- und Notfallmedizin 12. September 2016

Sie wollen helfen können

Erste Hilfe. Verpflichtende Kurse wären laut jüngsten Umfragen hierzulande ein Renner. Bekanntheitsgrad des Defi bei 100 Prozent.

Die Österreicher sind sich der Bedeutung von Erster Hilfe bewusst: 69 Prozent haben sich in einer aktuellen Integral-Umfrage dafür ausgesprochen, dass der regelmäßige Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses verpflichtend sein sollte. Etwas mehr als die Hälfte der Österreicher kam bereits in die Situation, in einem Notfall helfen zu müssen.

In den meisten Fällen wurde die Rettung alarmiert (44 Prozent) oder Hilfe aus der Nähe geholt (17 Prozent). Jeweils acht Prozent haben lebensbedrohliche Blutungen gestillt bzw. Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt. Immerhin hat fast ein Viertel (22 Prozent) – vorwiegend Männer – selbst schon einen Patienten in die stabile Seitenlage gebracht.

Neun von zehn der Befragten haben zwar schon einmal einen Erste-Hilfe-Kurs besucht, allerdings liegt bei 55 Prozent davon der Kurs fünf Jahre oder gar noch länger zurück. Wie lange die letzte Auffrischung der Notfallkenntnisse her ist, hängt klar mit dem Alter zusammen. Meist ist das Thema nach dem erfolgreichen Erwerb des Führerscheins ad acta gelegt. Das Rote Kreuz empfiehlt Erwachsenen ihr Erste-Hilfe-Wissen alle fünf Jahre aufzufrischen.

„Erste Hilfe sollte bereits in der Schule obligatorisch und regelmäßig vermittelt werden. Außerdem sollten für Autofahrer Auffrischungskurse verpflichtend eingeführt werden“, forderte Johannes Bucher, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe.

„Die meisten Österreicher sind nicht mehr am aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnisse und sie sind aus der Übung. Studien belegen, dass etwa bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand die rasche Hilfe durch einen Ersthelfer die Überlebenschance drastisch erhöht. Gerade bei der Ersten Hilfe ist es wichtig, dass die lebensrettenden Handgriffe im Notfall sofort abrufbar sind und leicht von der Hand gehen“, erläuterte auch Johanniter-Chefärztin Gabriele Lerche.

45 Prozent der Befragten haben Angst, selbst in eine Notsituation zu geraten. Fast alle (98 Prozent) der befragten rund 2.000 Probanden zwischen 14 und 69 Jahren kennen einen Defibrillator. Nahezu drei Viertel trauen sich auch dessen Anwendung zu.

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