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Praxis 27. Juni 2016

Unterhalten und informieren

Mit einem überzeugenden Facebook-Auftritt punkten Ärzte auch auf Bewertungsportalen.

Ärzte stehen rund um die Uhr in der Auslage: Patienten geben ihre Kommentare auf Bewertungsportalen und in Foren ab, diese werden auch in Suchmaschinen gelistet. Gut zu wissen: Das negative Urteil eines Patienten macht noch keinen Shitstorm.

Etwa jeder dritte Patient sucht seinen Arzt über ein Arztbewertungsportal und vertraut den Bewertungen dort. Wie das möglich ist? Viele Ärzte sind bereits automatisch auf den Bewertungsportalen präsent und werden dort schon bewertet – ohne es zu wissen. Das schreibt der PR-Berater Marc Däumler in der Fachzeitschrift Uro-News, 20/2016 (DOI 10.1007/s00092-016-0957-5).

Wichtig: Arztbewertungen sind nicht nur auf Arztbewertungsportalen möglich. Ganz gleich ob bei Google, Yelp oder zum Beispiel Facebook – Bewertungen einer Leistung, auch einer Arztleistung, erfreuen sich zunehmend hoher Beliebtheit.

Schon eine einzige Bewertung auf einem Portal kann dazu führen, dass bei der Arztsuche, beispielsweise bei Google, genau dieser Eintrag auf der ersten Seite erscheint.

Sicherlich ist die oft anonyme Bewertung grundsätzlich problematisch. Ebenso die Tatsache, dass Patienten eher Soft Skills wie Freundlichkeit bewerten und die ärztliche Leistung kaum beurteilen können. Das ändere aber nichts an der Tatsache, dass die Suchmaschinen diese Einträge hoch werten und Patienten danach Entscheidungen treffen. Wer als Arzt keine Zeit für die Facebook-Pflege aufbringen könne, sollte dennoch nicht darauf verzichten. Die Facebook- Pflege kann stattdessen an geeignete Mitarbeiter oder spezialisierte Agenturen delegiert werden. Wichtig ist, dass die Themen vorher und währenddessen redaktionell besprochen werden, schließlich muss der Arzt bei Patientenanfragen wissen, was dort veröffentlicht wurde. Hilfreich sind Redaktionspläne, wozu die Teilnahme an Kongressen genauso wie die Ankündigung von Patientenveranstaltungen oder die Vorstellung von medizinischen Eingriffen gehören.

PR-Experte Däumler nennt drei Gründe, warum eine Facebook-Seite zum Flop werden kann:

• Die Seite ist unprofessionell erstellt, enthält kein Impressum, keine passenden Fotos und keine Praxis-Vorstellung.

• Die Seite wird nicht gepflegt. Fragen müssen schnell beantwortet werden, jede Woche sollten mindestens zwei „posts“ mit Fotos erscheinen.

• Die geposteten Themen sind falsch gesetzt. Eine Facebook-Seite ist für Patienten gedacht und nicht für medizinisches Fachpersonal.

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