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Urologie 16. Juni 2014

Zuerst geschlossene Fragen stellen

Patienten mit Sexualstörungen wünschen sich, dass ihr Arzt das Thema anspricht. Doch nur für rund jeden zwanzigsten Patienten mit Ejaculatio praecox ist sein Arzt der Gesprächspartner.

Männer empfinden beim Thema Sexualstörungen Scham und Angst, häufig externalisieren sie das Problem. Dann wird von „mein Penis“ gesprochen und nicht von „ich“, erzählt Dr. Viola Kürbitz, Urologin aus Bad Zwischenahn. Die Folge: Maximal 10 % der Männer mit Ejaculatio praecox (EP) sprechen ihren Arzt auf das Problem an. Eine Online-Umfrage mit fast 2.500 Männern mit EP hat ergeben, dass nur für 5 % der Hausarzt und für 6 % der Urologe der Gesprächspartner ist.

„Dabei wünschen sich die Patienten, dass der Arzt das Thema Sexualität anspricht“, so Kürbitz bei einer von Berlin-Chemie unterstützten Veranstaltung in Wiesbaden. Die Urologin empfahl, zu Beginn eines Gesprächs geschlossene Fragen zu stellen. Als Schlüsselfragen nannte sie: Sind Sie mit ihrer Sexualität zufrieden? Möchten Sie, dass sich etwas ändert? Ist Sexualität ein Thema für Sie? Nach dem Auftauen könne zu offenen Fragen übergegangen werden. Wichtig sei das aktive Zuhören. „Wiederholen sie mit eigenen Worten, was der Patient gesagt hat.“

Eine große Bedeutung in der Therapie bei Ejaculatio praecox hat die Pharmakotherapie. Sie durchbreche einen Teufelskreis, sagte Prof. Michael Zitzmann vom Uniklinikum Münster. Die Zeit bis zur Ejakulation werde verlängert, der Druck nehme ab. Das seien dann positive Erfahrungen, die den Druck noch mehr verringern, wodurch die Ejakulationszeit noch weiter verlängert werde

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