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Infektiologie 22. Februar 2016

Infekte möglichst abwehren

Hygiene, Bewegung und Ernährung stärken das Immunsystem und schützen vor Angriffen.

Kälte, längerer Aufenthalt mit anderen Personen in oft überhitzten, geschlossenen Räumen, weniger Bewegung, weniger frische Luft schwächen das Immunsystem und erhöhen die Infektionsgefahr. Neben bewussten Lebensstil- und einfachen aber effektiven Hygienemaßnahmen unterstützen auch die Ernährung und die Versorgung mit wichtigen Nähstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen die Abwehrfunktion des Immunsystems gegen Krankheitserreger.

Die häufigsten Infektionen, die im Alltag von Mensch zu Mensch übertragen werden, betreffen neben dem Magen-Darm-Trakt das Atemwegssystem. Die Krankheitserreger sind meist Viren, die durch Husten, Niesen und über den Kontakt der Hände an die Umwelt weitergegeben werden. Ein wesentlicher Aspekt, um sich davor zu schützen, ist die Hygiene und hier speziell die Händehygiene. Regelmäßiges Händewaschen, besonders vor dem Zubereiten von Speisen, vor dem Essen und nach dem Toilettengang, sollte selbstverständlich sein – ist es aber trotz wiederkehrender Kampagnen weiterhin nicht. Hinweise an Betroffene sind speziell in der Erkältungszeit in der Apotheke immer wichtig, auch Ratschläge zum richtigen Husten und Niesen. Denn die übliche Vorgangsweise, sich die Hand vor Mund und Nase zu halten, bildet den idealen Träger für die Erreger, die dann über Oberflächen verbreitet werden. Einen wichtigen Schutz vor Infektionen ebenso wie bei der Bewältigung der Erkrankung bietet das körpereigene Abwehrsystem, das möglichst schon rechtzeitig vorbereitet sein sollte.

Menschenansammlungen meiden

Ausreichend Schlaf, Bewegung, frische Luft, ein ausgeglichener Stresshaushalt und eine vollwertige Ernährung unterstützen den Körper beim Aufbau der Abwehrkräfte. „Menschenansammlungen auszuweichen ist derzeit ratsam“, lautet der aktuelle Rat des Roten Kreuz zur erhöhten Infektionsgefahr: „Vitamine aufnehmen, viel trinken und möglichst Abstand zu bereits erkrankten Personen halten, ist ebenfalls sinnvoll, wenn man gesund durch die Grippezeit kommen will. Bereits Erkrankte sollen ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, sich schonen und das Fieber senken, um schnell wieder auf die Beine zu kommen.“

Die Gesamtbreite der Nährstoffe

Allerdings werden die Empfehlungen für eine vollwertige Ernährung mit ausreichend Nährstoffen in der Praxis oft nicht erfüllt. Es ist die Gesamtheit der Mikronährstoffe, die im Zusammenwirken die Abwehr des Körpers gegen negative Einflüsse aufrecht hält. Vitamin C ist als Infektionsabwehr bekannt, wirkt aber komplex unter anderem durch seine Beteiligung an der Eisenresorption im Dünndarm oder der Carnitinsynthese und der Bildung von Glucocorticoiden bei erhöhtem Stress, der Gallensäuresynthese aus Cholesterin und der Regeneration von Vitamin E. Vitamin A ist an der Aufrechterhaltung der Barrierefunktion von Haut und Schleimhäuten beteiligt und für weitere Stoffwechselvorgänge notwendig, Vitamin D beeinflusst die Differenzierung und Aktivität der T-Killerzellen.

Genauso wichtig sind Spurenelemente für den Ablauf der biochemischen Prozesse, um ein intaktes Immunsystem aufrecht zu halten. Dazu zählen Selen, das für die Antikörperproduktion benötigt wird, während bei einem Selenmangel die Infektanfälligkeit erhöht ist und auch Komplikationen bei Infektionen häufiger vorkommen. Ebenso wichtig für das Immunsystem ist Zink, denn ein Zinkmangel führt zu einer verminderten zellulären Immunantwort und Antikörperproduktion, womit der Organismus eine erhöhte Anfälligkeit für Virusinfektionen und allergische Erkrankungen aufweist. Eisenmangel ist die häufigste Mangelerkrankung der Menschen weltweit, und beeinträchtigt auch die von Eisen abhängigen Enzyme in ihrer für das Immunsystem wichtigen Rolle. Eisen wiederum ist seinerseits von Kupfer abhängig, das im Eisenstoffwechsel eine entscheidende Rolle spielt.

Schließlich unterstützen auch die sekundären Pflanzenstoffe die Funktion der Immunzellen und die Stoffwechselabläufe des Organismus. Mangelerscheinungen in einem dieser vielfältigen Einzelfaktoren wirken sich dementsprechend negativ auf das gesamte Gefüge aus. Eine ausreichend ausgewogene und konzentrierte Ergänzung kann also die physiologischen Abläufe wieder für eine funktionierende Abwehrfunktion instand setzen. So belegen Studien die Wirksamkeit von speziellen Mikronährstoffkombinationen bei rezidivierenden Atemwegserkrankungen, zur Unterstützung des Immunsystems und Senkung des Krankenstands, zur Verringerung des Auftretens häufiger Infektionskrankheiten bei ambulant behandelten Diabetes Typ 2-Patienten, zur Störung der Immunfunktion und Verringerung der Häufigkeit von Atemwegsinfektionen bei älteren Menschen.

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