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Aquarell: Österreichischer Drachenkopf
 
Apotheker 31. August 2015

Botanikerin mit Tusche und Pinsel

Wiener Schule: Margareta Pertl lässt die Kunstform des wissenschaftlichen Pflanzenzeichnens wieder aufleben.

Der Schwerpunkt der Ausstellung „Wiener Schule der botanischen Illustration“ liegt auf seltenen und schützenswerten Pflanzen aus dem pannonischen Osten Österreichs.

Österreichische Zwergfichte, „Chamaepitys Austriaca“, nannte Hofbotaniker, Carolus Clusius im 16. Jahrhundert den eleganten Lippenblütler auf der Zeichnung rechts. Clusius hat viele Pflanzen inventarisiert und in seinen Werken über die österreichische Flora abgebildet, die er der Seltenheit wegen schätzte und die aber auch heute noch zum Bestand ostalpiner Seltenheiten zu zählen sind. Das sagt die Historikerin Prof. Dr. Marianne Klemun.

Heute wächst die Pflanze, die heute „Österreichischer Drachenkopf“ heißt, nur noch an zwei Stellen in Niederösterreich, am Hundsheimer Kogel und auf dem Höllenstein. An beiden Punkten steht sie unter strengem Schutz. „Charakteristisch für die botanische Illustration ist, dass man die ganze Pflanze sieht“, sagt Künstlerin Margareta Pertl. Anders als bei Fotobänden sind die für die Bestimmung wichtigen unterirdischen Pflanzenteile genauso detailliert abgebildet wie Samen und Fruchtstände.

Mitte des 18. Jahrhunderts erreichte diese Kunstform in Wien eine erste Blüte, zur Gründungszeit des Botanischen Gartens der Universität. Anknüpfend an diese Tradition werden seit acht Jahren Kurse in botanischer Illustration abgehalten, die von Pertl geleitet werden.

Die Schau zeigt ausschließlich Pflanzenporträts aus den Sammlungen des Botanischen Gartens. Der Schwerpunkt liegt auf Arten aus dem Pannonikum (östliches Niederösterreich, Nordburgenland, Wien) und den Alpen, deren natürliche Lebensräume von Vernichtung bedroht sind. „Die intensive Beschäftigung mit diesen gefährdeten Pflanzen als Maler wie auch als Betrachter stärkt das Verständnis für diese Kostbarkeiten und für die Notwendigkeit ihres Schutzes“, sagt Petra Huderl vom Department für Ökogenomik und Systembiologie.

Ausstellung „Wiener Schule der Botanischen Illustration“, bis 17. September 2015, täglich 10 bis 18 Uhr, Botanischer Garten, Rennweg 14, Wien 3.

Uni Wien/MB, Ärzte Woche 36/2015

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