zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 18. August 2015

Netzhaut in Gefahr

Schlechte Blutdruck- und Blutzuckerwerte schädigen die Netzhaut

Ein Drittel aller Menschen mit Diabetes Typ 2 haben bei ihrer Diagnosestellung eine leichte Veränderung der Netzhaut, zwei Drittel haben nach fünfjähriger Krankheit eine Netzhauterkrankung. Die Retinopathie ist in westlichen Industrieländern die Hauptursache für Erblindungen bei Erwachsenen. Das Gefährliche: Die Augenerkrankung zeigt lange Zeit keine Symptome und wird deshalb oft zu spät dia-gnostiziert.

Der wichtigste Faktor in der Vorsorge von Augenerkrankungen sind aber nicht nur konstant gute Blutzuckerwerte. Bei Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 hat sich gezeigt, dass gut kontrollierte Blutdruckwerte noch wichtiger sind als die Blutzuckerwerte. Denn ein zu hoher Blutdruck drückt das Blut aus den feinen und oft bereits geschädigten Gefäßen heraus und beschleunigt so den Prozess. Es gilt deshalb einen Blutdruck von unter 140/80 mmHG anzustreben.

Frühe Schäden bleiben meist unbemerkt

Um die Sehkraft zu schützen, sollten Patienten daher vor allem auf ihren Blutdruck, aber auch auf eine gute Stoffwechseleinstellung achten. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können die feinen Blutgefäße der Netzhaut irreparabel schädigen – ohne dass Betroffene das anfangs merken. Das Sehvermögen bleibt in der frühen Phase meist unbeeinträchtigt. Im fortgeschrittenen Stadium bilden sich bei einigen Betroffenen neue Gefäße, die bis in die Netzhaut oder den Glaskörper vordringen. Die Gefäße werden durchlässig und brüchig, Blut tritt in das umliegende Gewebe aus, was die Patienten als schwarze Flecken wahrnehmen.

Früh erkannt, lassen sich irreversible Veränderungen der Netzhaut jedoch aufhalten. Mit einem Laser können etwa eingewachsene Blutgefäße verödet werden, um das Sehvermögen zu schützen. Im fortgeschrittenen Stadium hilft gegebenenfalls nur noch eine Operation, bei der der Glaskörper entfernt und ersetzt wird.

Quelle: Presseaussendung diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben