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© Larisa Lofitskaya / Getty Images/iStockphoto
 
Kinder- und Jugendheilkunde 21. Februar 2014

Kinder von Schmerzen befreien

Schmerzmittel - gut wirksam, aber nicht harmlos

Wegen Kopfschmerzen versäumen Kinder jährlich eine beträchtliche Anzahl an Schultagen. Zwar gibt es gut verträgliche Schmerzmittel für Kinder, aber auch sie sollen nur gezielt und nicht dauerhaft angewendet werden. Denn eine Daueranwendung von Schmerzmitteln kann auch bei Kindern Kopfschmerzen auslösen. Grundsätzlich gilt, dass Schmerzmittel ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als zehnmal pro Monat eingenommen werden sollten.

Rezeptfreie Schmerzmittel mit Paracetamol oder Ibuprofen werden bei Kindern oft eingesetzt. Beide Arzneistoffe haben Vor- und Nachteile. Paracetamol ist gut verträglich und auch für die ersten Lebensmonate zugelassen. Es gibt verschiedene Darreichungsformen wie Tabletten, Zäpfchen oder Säfte. Paracetamol wirkt aber nur schwach schmerzhemmend. Da es leicht zu gefährlichen Überdosierungen kommt, darf die gewichtsabhängige Tageshöchstdosis nicht überschritten werden. „Paracetamol ist in vielen Kombipräparaten enthalten“, stellt Prof. Dr. Boris Zernikow Kinderarzt an der Universität Witten/Herdecke, fest. „Wer seinem Kind mehrere rezeptfreie Medikamente gibt, etwa gegen eine Erkältung, sollte mit dem Apotheker über die Gesamtdosis an Paracetamol sprechen.“ Ibuprofen wirkt stärker und länger schmerzhemmend als Paracetamol. Gefährliche Überdosierungen sind nicht bekannt. Ibuprofen ist erst für Kinder ab dem sechsten Lebensmonat zugelassen.

Bei Migräne rasch handeln

Etwa sieben bis zehn Prozent aller 7- bis 15-Jährigen leiden unter Migräne. Ibuprofen ist Mittel der Wahl und sollte möglichst früh gegeben werden. Die Dosis richtet sich nach dem Körpergewicht des Kindes, maximal dürfen 600 Milligramm pro Tag eingenommen werden. Zusätzlich können Arzneistoffe aus der Gruppe der Triptane bei Migräneattacken helfen. Sie lindern die Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen. Laut Zernikow sind Nasensprays mit dem Wirkstoff Sumatriptan derzeit das Mittel der ersten Wahl für Kinder ab zwölf Jahren. „Die Handhabung des Nasensprays unterscheidet sich von der eines Schnupfensprays. Eltern und Jugendliche sollten sich die korrekte Anwendung in der Apotheke demonstrieren lassen“, so Zernikow.

 

Quelle: abda
, Apotheker Plus 2/2014

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