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Allgemeinmedizin 26. Jänner 2014

Der Hals kratzt und schmerzt

Die klimatischen Bedingungen drinnen und draußen begünstigen die Entzündung.

Der Februar ist ein typischer Monat für Halsschmerzen. Drinnen ist es warm und meist zu trocken, draußen herrschen eher kalte Temperaturen. Ideale Bedingungen also, um sich eine Erkältung zuzuziehen.

Ein leichtes Kratzen im geröteten Rachen, eine raue Stimme und ein Gefühl der Trockenheit beim Schlucken - das sind klassische Anzeichen einer beginnenden Entzündung im Rachenraum. Anatomisch gehört er zum Atmungssystem. Beginnend hinter der Nasenhöhle erstreckt sich der trichterförmige Schlauch bis zum unteren Kehlkopf. Der Rachen (Pharynx) wird in die drei Etagen Nasopharynx (Nasenteil), Oropharynx (Mundteil) und Larnygopharynx (Kehlkopfteil) eingeteilt.

Erste Etage: Über den Nasopharynx gelangt ausschließlich Luft in den Organismus. Hier befinden sich die Öffnungen der Ohrtrompete (Eustachische Röhre, Tuba auditiva), der Verbindung vom Mittelohr zum Rachen. Über diese können Entzündungen des Nasen-Rachen-Raums zum Mittelohr aufsteigen.

Zweite Etage: Im Oropharynx kreuzen sich Luft- und Nahrungsweg (Trachea und Ösophagus). Hier finden sich auch die Gaumenmandeln (Tonsillen). Sie gehören, neben anderen lymphatischen Geweben, zum Waldeyer´schen Rachenring, einer immunologischen Struktur.

Dritte Etage: Im Laryngopharynx liegt der Eingang zum Kehlkopf und damit der Beginn der unteren Luftwege. Auch hier werden Nahrung und Luft transportiert.

Gemeines Halsweh

Die beschriebenen organischen Strukturen können einzeln, aber auch gemeinsam entzündet sein und damit auch schmerzen. Vereinfacht ausgedrückt, werden die Beschwerden als „Halsweh“ zusammengefasst; obwohl das anatomisch nicht ganz korrekt ist.

Die folgenden Krankheitsbilder kommen vor:

Tonsillitis: Die Entzündung der Gaumenmandeln - umgangssprachlich als Angina bezeichnet - trifft häufig Kinder und kann sehr schmerzhaft sein. Das Schlucken macht unter Umständen große Beschwerden; oft sind die benachbarten Lymphknoten geschwollen.

Pharyngitis: Die Rachenschleimhaut ist entzündet; wie grundsätzlich bei Infektionen der oberen Atemwege kann nicht nur der Schmerz auf die Ohren übergreifen, sondern über die Tuba auditiva können auch pathogene Keime einwandern.

Laryngitis:Durch die Entzündung des Kehlkopfgewebes (und der Stimmbänder) treten nicht nur Schmerzen auf, sondern die Stimme erscheint heiser bis zum totalen Verlust.

Außerdem sind eine Entzündung der Luftröhre (Tracheitis), des Kehlkopfdeckels (Epiglottis) oder der Lymphbahnen der seitlichen Rachenwand (Seitenstrangangina) möglich.

Die Ursachen

Klassische Ursachen für Halsweh sind Erkältung, Grippe, eine Überbeanspruchung der Stimmbänder, das Einatmen von Reizstoffen wie Rauch, Chemikalien oder Staub oder auch Allergien. Krankheiten wie Scharlach, Diphterie, Pfeiffer´sches Drüsenfieber, Schilddrüsenentzündungen oder Pilzinfektionen kommen ebenso als Auslöser infrage wie Tumoren. Üblicherweise lassen die Beschwerden nach etwa drei bis fünf Tagen nach; beim Einsatz von Halsschmerzpräparaten sollte es schneller gehen. Mit oder ohne Medikamente: Sind die Schmerzen nach sieben Tagen nicht verschwunden, ist der Gang zum Arzt notwendig. Das gilt ebenso dann, wenn die Symptome sehr plötzlich oder sehr häufig auftreten, sehr stark sind und von Fieber über 39 Grad Celsius begleitet werden. Auch fiebernde Kleinkinder, Schwangere und Stillende sollten zum Arzt. Genauso wie Personen mit eitrig belegten Mandeln oder ungewöhnlichen Symptomen wie Hautausschlag oder himbeerrote Verfärbung der Zunge.

Was getan werden kann

In der Selbstmedikation gibt es viele Möglichkeiten und Darreichungsformen, leichte Halsschmerzen zu lindern. Im Vordergrund stehen Präparate zum Lutschen, da dieses allein schon den Speichelfluss anregt und damit die Mund- und Rachenschleimhaut befeuchtet. Sie enthalten adstringierend, analgetisch und/oder antiphlogistisch, antibiotisch, antiseptisch und lokalanästhetisch wirkende Substanzen. Phytopharmaka und Homöopathika werden ebenso eingesetzt wie chemisch-synthetische Präparate. Bei entsprechenden Pflanzenextrakten wird deren Eigenschaft geschätzt, einen schützenden Film auf der Schleimhaut (Mucilaginosa) bilden zu können. Nicht pflanzlich sind befeuchtende Hydrogelkomplexe mit Hyaluronsäure, die ähnliche Eigenschaften haben. Neben Lutschtabletten gibt es Gurgellösungen, Teemischungen, Tropfen, Inhalate oder Sprays, die bei Halsschmerzen verwendet werden können.

springer-gup.de, Apotheker Plus 1/2014

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