zur Navigation zum Inhalt
© bilderstoeckchen / Fotolia.com
 
Allgemeinmedizin 4. November 2013

Neuer Blick auf Alzheimer-Krankheit

Selbstbestimmtes und soziales Leben möglichst lange erhalten

Die Lebenserwartung der Bevölkerung steigt. Jetzt geht es darum die gesunden Lebensjahre möglichst lange zu erhalten. Der Lebensstil kann viel dazu beitragen, ebenso die Früherkennung von möglichen Beeinträchtigungen - um ebenso früh therapeutisch einwirken zu können. Anlässlich des Welt-Alzheimer-Tages 2013 präsentierten österreichische Experten nicht nur den Stand der Dinge in Sachen Demenzerkrankungen, sondern auch eine neue Option, im Frühstadium der Alzheimer-Demenz Nährstoffdefizite gezielt auszugleichen.

Für die frühzeitige klinische Diagnose der Alzheimer Krankheit wurden kürzlich durch internationale Expertengruppen in Europa und den USA neue Diagnosekriterien vorgeschlagen, berichtete Prim. Dr. Katharina Pils, die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG). Diese setzen sich aus klinisch-neuropsychologischen Befunden, strukturellen und funktionellen Parametern und Biomarkern zusammen. Die frühzeitige und zuverlässige Diagnose einer Alzheimer Erkrankung sei deshalb bedeutsam, weil nach heutigen Erkenntnissen erste pathophysiologische Veränderungen bereits bis zu 30 Jahre vor Beginn eines Demenzsyndroms nachweisbar seien. Nicht jede Demenz oder kognitive Einschränkung ist eine Erkrankung vom Alzheimer-Typ. Dementsprechend sind die notwendigen Maßnahmen auszuwählen. Die Stärkung der vorhandenen Ressourcen ist jedenfalls ein wesentlicher Ansatzpunkt.

Nationaler Demenzplan für Österreich notwendig

Um eine bessere Versorgung der österreichischen Bevölkerung sowohl hinsichtlich Früherkennung als auch Behandlung und Betreuung zu erreichen bedarf es eines Nationalen Demenzplans, forderte Antonia Croy, die Präsidentin von „Alzheimer Aus-tria“: „Dieser soll nicht nur die zukünftige Finanzierung sondern auch die Schaffung von Standards beinhalten.“ So seien die Angebote im ländlichen Raum derzeit sehr gering. Die größte Last der tatsächlichen Betreuung tragen die pflegenden Angehörigen, die zu 80 Prozent weiblich sind und die Alzheimerpatienten überwiegend daheim pflegen. Zu deren Entlastung müssen die derzeitigen sozialen Maßnahmen und Betreuungsangebote nach bewährtem internationalem Vorbild optimiert werden. Darüber hinaus, so Croy, besteht nach wie vor großer Bedarf an besser ausgebildeten Altenbetreuern.

Die Frühdiagnose von Demenzerkrankungen führt auch zu einer Verschiebung in der Wahrnehmung der Betroffenen. „Sie entsprechen zunehmend nicht dem herkömmlichen Bild der hilflosen Demenzkranken, die in erster Linie Versorgung und Pflege brauchen“, erklärte Croy: „Im Frühstadium der Erkrankung geht es darum, die Teilnahme am sozialen Leben zu fördern, den Wunsch nach Selbstbestimmung anzuerkennen, Fähigkeiten zu erhalten und das Fortschreiten der Krankheit möglichst zu verzögern.“

Quelle: Pressegespräch von „Alzheimer Austria“ zum Welt-Alzheimer-Tag 2013

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben