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Kinder- und Jugendheilkunde 4. November 2013

Harnwegsinfekte

Bei Kindern mit Fieber drohen Nierenschäden

Harnwegsinfekte bei Kindern sind in der Regel einfach zu behandelnde Blasenentzündungen. Gehen sie jedoch mit Fieber einher und treten häufiger auf, könnte das Kind an einem angeborenen, sogenannten vesikorenalen Reflux (VUR) leiden. Dabei wird der Harn nicht vollständig über die Blase ausgeschieden, sondern staut sich in die Nieren zurück. Dies kann zu schweren Nierenentzündungen und dauerhaften Nierenschäden führen.

Mehr als die Hälfte aller Säuglinge und Kinder mit einem fieberhaften Harnwegsinfekt und etwa 20 bis 30 Prozent aller Kinder mit einer häufig wiederkehrenden Blasenentzündung leiden an dem angeborenen Defekt des Harnsystems. Der Harnleitertunnel ist bei ihnen zu kurz, um die Funktion eines Ventils erfüllen zu können. So fließt Restharn von der Blase bis zu den Nieren und zurück. Dieser Restharn ist besonders anfällig für Bakterien - und er transportiert die Erreger ohne größeres Hindernis zu den Nieren und kann das Gewebe schädigen.

Bei gesunden Kindern verhindert dies die Ventilfunktion des Harnleiters. „Erkrankt ein Kind fünfmal im Jahr an einer fieberhaften Harnwegsinfektion, beträgt das Risiko, dass es eine Nierennarbe und damit einen messbaren Nierenfunktionsverlust davonträgt, etwa 70 Prozent“, erklärte Prof. Dr. Maximilian Stehr, Sprecher der AG Kinderurologie im Rahmen der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) im vergangenen September in Düsseldorf.

Fieberhafte Infekte vermeiden

„Wichtigstes Ziel bei Kindern mit Refluxkrankheit ist, fieberhafte Harnwegsinfekte rasch und effektiv zu behandeln oder sie - besser noch - gar nicht erst entstehen zu lassen“, betonte Stehr. Ist der vesikorenale Reflux nicht zu stark ausgeprägt, wächst sich die Störung gerade bei kleinen Kindern oft von selbst aus. Eine Operation ist deshalb häufig gar nicht nötig. Die jungen Patienten erhalten dann über einen längeren Zeitraum ein Antibiotikum, mit dem ein Harnwegsinfekt verhindert werden soll. „Die Entscheidung für die richtige Therapie ist abhängig von Faktoren, wie Alter, Geschlecht, klinischen Beschwerden, aber auch Blasenfunktion und vielem mehr“, betonte Stehr.

Bestimmte Verhaltensweisen helfen Eltern außerdem, das Risiko von Infektionen zu verringern. Regelmäßiges Windelwechseln und gute Hygiene sind ebenso wichtig wie eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.

Quelle: Presseaussendung DGKCH

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