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Impfen 14. Oktober 2013

Über Reiseimpfungen informieren

Herbst und Winter sind Hochsaison für Fernreisen.

Wer eine Fernreise plant, sollte sich rechtzeitig über notwendige oder empfehlenswerte Reiseimpfungen informieren. „In anderen Ländern ist das Infektionsrisiko für viele Krankheiten erhöht. Vor ausgewählten Risiken kann man sich durch Impfungen effektiv schützen, das sollte man nutzen“, so Prof. Dr. med. Thomas Weinke, Innere Medizin mit Schwerpunkt Infektionskrankheiten am Klinikum Charlottenburg, Potsdam, bei einer Fortbildungsveranstaltung der Bundesapothekerkammer.

„Welche Impfung möglich und empfehlenswert ist, hängt vom Reiseland, vom Reisestil und dem individuellen Risiko ab. Da einige Impfungen wiederholt verabreicht werden müssen, sollte rechtzeitig informiert werden.“ Zu den wichtigsten Reiseimpfungen zählt jene gegen Hepatitis A. Die Erreger werden über verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen und sind in den Tropen, aber auch in vielen anderen Regionen weltweit, etwa im Mittelmeerraum, weit verbreitet. Weinke: „Drei von tausend Reisenden, die ungeimpft in die Tropen fahren, infizieren sich innerhalb eines Monats. Damit ist Hepatitis A die häufigste Infektionskrankheit, die sich durch eine Impfung vermeiden lässt.“ Hepatitis B wird nicht durch Fäkalkeime, sondern durch den Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten wie Sperma übertragen und der Impfschutz wird auch als Kombination mit jenem vor Hepatitis A angeboten.

Der Apotheker kennt den Großteil seiner Kunden über längere Zeit, häufig erzählen sie ihm schon im Planungsstadium von ihren Reiseambitionen. Eine entsprechende Beratung hinsichtlich Reiseimpfungen liegt also nahe. Länderspezifische Reiseimpfungen schützen vor Typhus, Cholera, Gelbfieber, Polio oder der Japanischen Encephalitis. Auch Infektionen durch Meningokokken oder die Erreger der Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) sind je nach Reiseland und Art der Reise empfehlenswert. „Ob eine Reiseimpfung nötig ist, hängt auch von der Art und Dauer der Reise ab“, so Weinke. „Zu einer Impfung gegen Tollwut würde ich vor allem bei einem Aufenthalt von länger als einem Monat raten oder wenn man ein hohes berufliches Risiko eingeht, etwa als Entwicklungshelfer.“ Eine Fernreise sollte auch immer der Anlass sein, über Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten zu informieren.

Quelle: abda

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