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Transplantationen 2. September 2013

Transplantation: Complianceproblem bei Wohlbefinden

Je besser es dem Patienten geht, desto eher vernachlässigt er seine Dauertherapie.

Die Transplantationsmedizin ist eine Erfolgsgeschichte der Spitzenmedizin: Für etwa 700 Menschen jährlich in Österreich stellt eine Organtransplantation den lebensrettenden Eingriff dar, der zusätzlich in der überwiegenden Zahl der Fälle die Lebensqualität der Betroffenen beträchtlich erhöht.

Eine der eher unangenehmen Folgewirkungen für die Organempfänger ist die lebenslange Medikamenteneinnahme, um eine Abstoßung des Fremdkörpers durch das Immunsystem zu vermeiden. Allerdings: Die Compliance der Patienten lässt manchmal zu wünschen übrig. Eine österreichweite Umfrage zeigt nun Häufigkeit und Gründe für „Therapieuntreue in der Transplantationsmedizin“ auf.

Verbesserte Erfahrungen in der Langzeitbetreuung und verbesserte Medikamente haben zu einem verlängerten Überleben geführt. Das Phänomen, das sich für den Patienten ergibt: Je besser es ihm geht, desto „großzügiger“ wird er in seiner Medikamenteneinnahme. Mit der häufig fatalen Folgewirkung einer Abstoßungsreaktion. Sechs Monate nach der Transplantation lässt sich häufig ein starker Abfall der Therapietreue beobachten, sodass die Therapieadhärenz mit etwa 50 Prozent beträchtlich reduziert ist. Die Gründe für die Nichteinhaltung sind vielfältig. „Manche kommen nicht zur Kontrolle, manche lassen Medikamenten aus, manche reden nicht über ihre Nebenwirkungen“, berichtet Prof. Dr. Andreas Zuckermann, Leiter des Herztransplantationsprogramms der Medizinischen Universität Wien. Zwei Drittel tun dies im vollen Bewusstsein. Es geht also darum, den Patienten von der Notwendigkeit der korrekten Medikamenteneinnahme zu überzeugen. Gemeinsam mit dem Patienten sollte ein akzeptables Regime erarbeitet werden, stellt Zuckermann fest. Dazu gehört auch die regelmäßige Überprüfung der tatsächlich notwendigen Medikamente und eventuelle Wechselwirkungen zwischen dem Immunsuppressivum und anderer Medikation: „Je weniger man verschreibt, desto eher wird es genommen.“

Enorme Steigerung der Lebensqualität

Dreiviertel der Organempfänger bewerten ihre Lebensqualität nach der Transplantation mit „sehr gut“ bis „gut“, während vor der Transplantation knapp 70 Prozent ihre Lebensqualität als schlecht oder sehr schlecht bezeichnet hatten, berichtete Univ.-Prof. Dr. Rudolf Bretschneider eines der Ergebnisse der vom Institut GfK durchgeführten Befragung von etwas mehr als 100 Betroffenen. Beeinträchtigungen erleben sie am ehesten in den Bereichen gesellschaftliches Leben, Ernährung und Sport und Bewegung.

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