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Allgemeinmedizin 12. August 2013

Diabetesrisiko & Geschlecht

Höheres Erkrankungsrisiko beachten.

Diabetes ist eine chronische Erkrankung, bei der sowohl biologische wie auch psychosoziale Faktoren eine große Rolle spielen. So haben Menschen mit einem niedrigen Sozialstatus und Bildungsgrad ein höheres Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Bei Frauen ist der Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und dem Auftreten von Übergewicht und Typ-2-Diabetes höher als bei Männern.

Für die Entstehung und den Krankheitsverlauf von Diabetes mellitus sind unter anderem die erbliche Veranlagung, Sexualhormone, aber auch der Einfluss von Gesellschaft, Kultur und Geschlechterrollen bedeutsam. Dies zeigt sich etwa an Unterschieden im Lebensstil zwischen Frauen und Männern: „Frauen haben den Fokus mehr auf Diät und interessieren sich mehr für Vorsorge, während für Männer körperliche Bewegung und Sport im Gesundheitsbewusstsein einen wichtigeren Stellenwert haben“, sagt Univ.-Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer, Univ.-Klinik für Innere Medizin III, Wien. Unterschiede sind auch hinsichtlich der Lebensqualität und des seelischen Wohlbefindens erkennbar, wie Kautzky-Willer erläutert: „Diabetikerinnen haben doppelt so häufig wie Diabetiker Depressionen und auch häufiger Essstörungen.“

Die Sexualanamnese und Anamnese von Zyklusanomalien oder Schwangerschaftskomplikationen kann wichtige Informationen über das kardiometabolische Risiko geben. „Bei Männern“, so Kautzky-Willer, „kann eine erektile Dysfunktion auf Insulinresistenz, Diabetes oder eine kardiovaskuläre Erkrankung hinweisen.“ Das Geschlecht spiele auch bei den Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten, sowie beim Verordnungsmodus mit eine Rolle: „Eine individuelle geschlechtersensitive Schulung und Betreuung sind in jedem Fall ein wesentlicher Bestandteil des Therapieerfolgs in der personalisierten Diabetestherapie.“

Quelle: Presseinformation Diabetes Kongress 2013,

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