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Allgemeinmedizin 10. Juni 2013

Im Urlaub: Aufruhr in Magen und Darm

Sodbrennen, Verstopfung und Durchfall als Urlaubsbegleiter.

Sodbrennen, Durchfall und Verstopfung sind gerade in der Urlaubszeit wichtige Beratungsthemen im Apothekenalltag. Gut beraten und vorbereitet auf mögliche Störungsfälle lässt sich der Urlaub besser genießen.

Fremdes Essen, Hitze und ein Tagesablauf abseits der Routine können Magen und Darm gerade im Urlaub ganz schön aus dem Gleichgewicht bringen. Die Folge können von Magenverstimmungen, Sodbrennen und Durchfall bis zu Verstopfung reichen. Diese Gesundheitsstörungen eignen sich dann für die Selbstmedikation, wenn sie schmerzfrei verlaufen, kein Fieber vorliegt und Beimengungen von Blut, Eiter, Schleim oder Fett im Stuhl fehlen, die einen Hinweis auf Krankheiten geben können.

Sodbrennen

Saures Aufstoßen, Sodbrennen aber auch Völlegefühl sind häufige Folge der Kost und Lebensweise im Urlaub. In der Mehrheit der Fälle wird eine medikamentöse Säureunterdrückung als Behandlung eingesetzt. Dazu zählen Antazida, H2-Blocker und seit kurzem auch Alginate. Für die kurzfristige Symptiomlinderung eigenen sich beispielsweise Schichtgitterantacida, die eine hohe Neutralisationskapazität aufweisen, schnell und langanhaltend wirken und eine große Menge aggressiver Säure binden können. Besonders praktisch für unterwegs sind dabei Darreichungsformen in Gelform ,die als Stick verpackt sind.

Obstipation

Gründe für eine Obstipation sind die Umstellung von Ernährung oder Tagesablauf, fehlende Bewegungsreize oder die Einnahme von verstopfend wirkenden Medikamenten.

Als Laxantien stehen Quellstoffe, Osmotisch wirksame und antiresorptiv sowie hydragog wirkende Substanzen zur Verfügung. Wichtig ist dabei immer, den Kunden darauf aufmerksam zu machen, ausreichend zu trinken.

Diarrhoe

Eine gehäufte Entleerung von mehr als drei wässrigen oder breiigen Stühlen täglich gilt als Durchfall. Prinzipiell kann jeder Durchfall ein Anzeichen für eine schwere Erkrankung sein. Dauern die Beschwerden länger als zwei bis drei Tage an oder ist das Allgemeinbefinden beeinträchtigt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt besonders, wenn gleichzeitig ein unstillbares Erbrechen vorliegt oder Säuglinge und Kleinkinder betroffen sind.

Die Palette der Antidiarrhoika reicht von Elektrolyten und Adsorbenzien über Adstringenzien bis zu Opioiden für kurzfristig sehr heftige Durchfälle.

Mikroorganismen werden heute gezielt bei Durchfallserkrankungen therapeutisch eingesetzt. So können aus der Klasse der Trockenhefen lebensfähige Lyophilisate aus Saccharomyces cerevisiae vorbeugend und zur Behandlung von Durchfällen eingenommen werden. Die Mikroorganismen binden bestimmte pathogene Bakterien und hemmen das Wachstum einiger Darmkeime. Gefriergetrocknete Lactobacillusarten aus der Gruppe der Milchsäurebakterien zeigten in In-vitro-Studien eine bakteriostatische Wirkung auf darmpathogene Erreger und stimulierten Wachstum und Teilung säurebildender Darmbakterien.

springermedizin.de/ki
, Apotheker Plus 5/2013

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