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Infektiologie 15. April 2013

Mikro - und Nanosilber

Effektive Hemmung von Krankheitserregern

Mit Silbersalzen oder elementarem Silber lassen sich Krankheitserreger wirksam bekämpfen, beispielsweise bei der Behandlung großflächiger Wunden.

„Da es bislang kaum Resistenzen gegen Silber gibt, sind Mikro- oder Nanosilber eine mögliche Ergänzung der antiinfektiven Therapie“, sagte Prof. Dr. Rolf Daniels, Apotheker, beim Pharmacon, einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer. Dabei ist zwischen metallischem Silber, das als Makro-, Mikro- und Nanosilber verwendet wird, und Silbersalzen, wie Silbernitrat zu unterscheiden. Dieses wird als Lösung seit langem als Antiseptikum und Adstringens verwendet, beispielsweise gegen Augeninfektionen. Andere Silbersalze werden bei Brandwunden eingesetzt.

Makro-, Mikro- und Nanosilber sind chemisch identisch, ebenso der Wirkungsmechanismus: An der Oberfläche des Metalls entstehen geladene Silberionen. Diese greifen unspezifisch an verschiedenen Zielstrukturen an und können in sehr geringen Konzentrationen u.a. das Wachstum von Bakterien hemmen. Die verschiedenen Silberformen unterscheiden sich nur durch ihre Teilchengröße: Makrosilber besteht aus relativ großen Teilchen und wird z.B. zu Schmuck verarbeitet oder als Beschichtung auf Medizinprodukte aufgebracht. Wird das Edelmetall feiner verteilt, spricht man von Mikrosilber. Die Teilchengröße von Mikrosilber liegt bei etwa zehn Mikrometern. Ein Gramm Mikrosilber hat eine Oberfläche von fünf Quadratmetern. Diese Teilchen sind so klein, dass sie auf der Haut nicht kratzen. Daniels: „Pflegepräparate mit Mikrosilber können bei Neurodermitis empfehlenswert sein, dies hängt aber vom individuellen Hautbild, der Zubereitung der Grundlage und der Hautstelle ab.“

Noch feiner verteilt ist Nanosilber: Die Teilchengröße liegt bei etwa 50 Nanometern, das sind 0,00005 Millimeter. Ein Gramm Nanosilber hat eine Oberfläche von etwa 500 Quadratmetern. Nanosilber wird auch als kolloidales Silber bezeichnet. „Bei Nanopartikeln ist noch zu wenig über den Verbleib im Körper und den Abbau bekannt. Eine abschließende wissenschaftliche Bewertung ist noch nicht möglich. Damit Verbraucher wissen, ob ein Produkt Nanopartikel enthält, gibt es eine Kennzeichnungspflicht. Diese gilt auch für Nanosilber“, sagte Daniels.

www.abda.de

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