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Allgemeinmedizin 15. April 2013

Beifußallergie: hochallergen und kostenintensiv

Die nordamerikanische Beißfuß-Ambrosie breitet sich zunehmend in Europa aus und ist hochallergen. Studien aus Deutschland zeigen, dass dies Kosten von bis zu einer Milliarde Euro im Jahr verursachen könnte.

Heuschnupfen tritt vor allem zwischen März und Juli auf, wenn in unseren Breiten die meisten Bäume und Gräser blühen. Mittlerweile aber leiden viele Patienten unter einer deutlich längeren Allergiesaison. Verantwortlich dafür ist die ursprünglich aus Nordamerika stammende Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), die sich nun auch in Europa ausbreitet, wo sie von August bis Oktober blüht.

Der Pollen der Pflanze ist stark allergen. Noch ist unklar, wie viele der Heuschnupfen-Allergiker durch Ambrosia-Pollen beeinträchtigt werden. In Ungarn, wo die Pflanze in manchen Regionen bereits flächendeckend auftritt, ist nach Schätzungen bereits die Hälfte der Heuschnupfen-Patienten gegen die Allergene sensibilisiert und erkrankt bei Kontakt mit den Pollen. Entsprechend könnten auch bei uns - bei einer weiteren Ausbreitung der Pflanze - bis zu zehn Prozent der Bevölkerung erkranken.

Allergiekosten abschätzen

„Es ist wichtig, die Kosten der Ambrosia-Allergien abzuschätzen, weil sie in Relation gesehen werden müssen zu den Kosten, die eine Eindämmung der Pflanze verursacht“, sagt die Umweltökonomin Dr. Wanda Born, die eine Analyse am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig leitete.

Die Mehrzahl der stichprobenartig befragten Patienten, die wegen der Allergie die Universitätsklinik aufsuchten, muss wegen dieser Erkrankung im Schnitt fünfmal im Jahr einen Arzt aufsuchen. Ein Drittel der Befragten wird jährlich rund fünf Tage stationär behandelt und ein Fünftel ist durchschnittlich zwei Wochen pro Jahr arbeitsunfähig. Die Erkrankung belastet neben den Krankenversicherungen aber auch die Patienten, die im Schnitt mehr als 200 Euro pro Jahr ausgeben, etwa für Pollenfilter.

Eine belastbare Kostenschätzung würde umfangreiche Untersuchungen zum Vorkommen der Pflanze und zu ihrer Ausbreitung voraussetzen. Eine Hochrechnung der Daten zeigt aber jetzt schon, dass die Behandlungskosten bei Pollenallergikern um zehn bis 25 Prozent ansteigen könnten - was jährliche Mehrkosten von etwa 1.300 bis 2.100 Euro pro Patient bedeuten würde.

Quelle: IDW/Springer GUP

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