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Dermatologie 4. Februar 2013

Hilfe für die alternde Haut

Nicht nur kosmetische Aspekte, vielleicht auch Tumorvorsorge

Eine umfassende Therapie gegen das Altern der Haut kann auch als Prävention gegen Hauttumoren wirken.

„Experimentelle Studien geben Hinweise darauf, dass die in der Therapie gegen das Hautaltern eingesetzten Substanzen, wie Antioxidanzien, Vi-tamine, Hormone und Peeling-Sub-stanzen, auch eine präventive Wirkung in der Kanzerogenese von Hauttumoren entfalten“, berichtete Univ. Prof. Dr. Jolanta Schmidt beim Symposium der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologische Kosmetik und Altersforschung und der Arbeitsgruppe für Ästhetische Dermatologie und Kosmetologie im vergangenen Herbst in Wien. Weitere klinische Studien seien jedoch erforderlich, ob insbesondere durch Peeling eine Reduktion von Tumorformationen, wie bereits im Tierversuch beobachtet, bewirkt werden kann.

Prävention und Ästhetik

Die Alterung der Haut wird durch exogene Faktoren, etwa UV-Strahlen, und endogene, z.B. genetische Faktoren, hervorgerufen. Die Inzidenz von Basaliomen steigt ab dem 50. Lebensjahr signifikant, 90 Prozent aller Hauttumore treten bereits bei über 45-jährigen auf. „Auch wenn der Patient nur wegen kosmetischer Probleme Rat sucht, sollte eine Kontrolle aller Hautveränderungen durchgeführt werden, um keine Präkanzerosen zu übersehen“, empfiehlt die Dermatologin daher eindringlich.

Bei der extrinsischen Hautalterung tritt eine chronische Irritation der Dermis auf, die zu Dysfunktionen der Melanozyten und Keratinozyten und zu einer Schädigung der DNA führt. Verhornungsstörungen, Atrophien, Rückgang der Wasser- und Lipidversorgung und des Collagens kennzeichnen das Photoaging. Die intrinsische Hautalterung, blasse, schlaffe Haut, hängende Gesichtszüge, tritt vor allem nach der Menopause durch den Rückgang der Hormonproduktion oder durch Stoffwechselstörungen auf.

Schutzbarriere erhalten

Im Vordergrund der Hautpflege stehen feuchtigkeitsspendende und lipidaufbauende Substanzen. Hier bieten sich Vitamin C- und E-Cremen an, die zur Regeneration und Kollagenstimulierung beitragen. Die Rezeptur kann vom Dermatologen verschrieben und vom Apotheker hergestellt werden. Für die Behandlung aktinischer Hautschäden eignet sich vor allem Vitamin A Säure. Neben fertigen Retinol Präparaten kann auch dafür der Dermatologe individuell Rezepturen verschreiben. Oberflächliche Fältchen und Pigmentveränderungen werden nach mehrmonatiger Behandlung mit Topical Tretinoin ausgeglichen.

Etwa zwei Jahre nach der Menopause nimmt die Östrogenproduktion und damit die Hautdichte ab. Topisch angewandte Progesteron Präparate (2% Pg. Creme) hemmen den Kollagenabbau. Östrogenpräparate (Östriol 0,1 % und Östradiol 0,02 %) fördern die Kollagenbildung und reduzieren die Falten.

Auch vitaminreiche Ernährung spielt eine nicht unbedeutende Rolle für den Aufbau der Haut. Zusätzlich helfen kann man sich auch mit Multivitaminpräparaten, die zur Regeneration der Haut beitragen. Vitamin C ist als Radikalfänger bekannt, Vitamin A hilft bei trockener Haut, Zink und Magnesium sind für den Hautaufbau wichtig. Neuerdings schreibt man auch dem Vitamin D eine Auswirkung auf die Hautgesundheit zu, Forschungen darüber laufen derzeit.

Wenn topische Anwendungen nicht zufriedenstellend sind, stellen Peelings eine weitere Möglichkeit dar. Je nach Hauttyp richtet sich die Tiefe des Peelings. Man verwendet Fruchtsäuren, Glycolsäuren, auch in Kombination z.B. mit Salizylsäure. „Diese Kombination des Peelings hat bei haarlosen Mäusen zu einer Reduktion von Tumoren geführt. Man will nun erforschen, welche Therapien sich daraus für eine mögliche Prävention von Hauttumoren beim Menschen ergeben könnten“, berichtete Schmidt.

Auswahl der geeigneten Kosmetika mit fachkundigem Rat

Bei der Auswahl ist der fachkundige Rat des Apothekers besonders gefragt. Das Angebot für immer höher spezialisierte Produkte ist geradezu unüberschaubar, oft nicht genügend deklariert, mit verwirrenden Wirkstoffversprechen und langen Listen mit unbekannten Inhaltsstoffen. Eine umschriebene Anzahl von Produkten sollte der Apotheker daher genau kennen, um richtig zu beraten und im Zweifelsfall einen Dermatologen zu empfehlen.

Die Anforderungen an Kosmetika sind: Gute Verträglichkeit, Haltbarkeit, auch unter Bedingungen der praktischen Anwendung, Wirksamkeit sowie allgemein verständliche Beschreibung der Inhaltsstoffe und der Anwendung. In Kooperation von pharmazeutischen und ärztlichen Experten sollte es gelingen, Lösungen im Spannungsfeld zwischen Gesundheit und Schönheit zu bieten.

Quelle: Symposium der Österr. Ges. f. Dermatolog. Kosmetik und Altersforschung und der AG für Ästhetische Dermatologie und Kosmetologie

G. Niebauer, Apotheker Plus 1/2013

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