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Selbstmedikation – nicht immer die geeignete Lösung.
 
Allgemeinmedizin 6. Dezember 2012

Selbstmedikation

Der Apotheker als erste Anlaufstelle und Mediator für ärztliche Konsultation

Fast zwei Drittel der Apothekenbesucher kommen mit dem Wunsch zur Selbstmedikation in die Apotheke, davon knapp 70 Prozent mit einem konkreten Präparatewunsch. Das ergab eine Studie des Kölner Instituts für Handelsforschung (ifh) im Auftrag der Apothekerkammer Baden-Württemberg. Die anderen 30 Prozent schildern ihr Krankheitsbild, ohne nach einem bestimmten Medikament zu fragen.

Bei den meisten Anfragen ging es um Probleme mit Haut/Wunden, Magen/Darm und Erkältungen. Ziel der Studie war unter anderem die Ermittlung, welchen prozentualen Anteil Selbstmedikationsanfragen an den Anfragen insgesamt in Apotheken einnehmen. Zudem sollte ermittelt werden, in wie vielen Fällen von einer Selbstmedikation abgeraten und ein Arztbesuch oder eine nichtmedikamentöse Maßnahme empfohlen wird. Die Ergebnisse stützen sich auf 564 teilnehmende Apotheken mit mehr als 46.000 Patientenkontakten und -anfragen

Jede zehnte Anfrage als ungeeignet eingestuft

Dass weit über die Hälfte aller Selbstmedikationsanfragen zuerst in der Apotheke gestellt wurden, ohne vorherigen Arztbesuch, wertetdie Studienanalye als Beleg für die hohe Bedeutung der Apotheker als Ansprechpartner bei Gesundheitsfragen. Und offensichtlich sind sie sich dabei auch ihrer Verantwortung durchaus bewusst. Immerhin jede zehnte Anfrage wurde als nicht geeignet für die Selbstmedikation eingestuft - zumeist, weil der Präparatewunsch oder generell die Selbstmedikation ungeeignet erschien.

Vor allem im Bereich Urogenitaltrakt seien viele Selbstmedikationswünsche (20 %) als ungeeignet eingestuft worden, berichtete Dr. Karsten Diers, Geschäftsführer der LAK Baden-Württemberg. So sei etwa eine rezidivierende Cystitis keine Indikation für Blasentee und Homöopathie allein, wie Patientinnen oft hofften. Hochgerechnet auf alle Apotheken im untersuchten Bundesland werden so täglich zirka 29.000 kritische Arzneieinnahmen in der Selbstmedikation vermieden. Über die Hälfte der Patienten, denen Apotheker ihren Wunsch nach Selbstmedikation nicht erfüllen wollten, wurden zum Arzt geschickt. Das entspricht insgesamt etwa täglich 15.000 Patienten in ganz Baden-Württemberg.

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