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© Yanik Chauvin - Fotolia
Geriatrische Patienten haben manchmal Schwierigkeiten, die Applikation „Brausetablette“ zu erklären und die Tablette in Wasser aufzulösen.
 
Allgemeinmedizin 11. Juni 2012

Fehlerquellen sind mannigfaltig

Oft erschweren kleine Dinge die korrekte Arzneieinnahme.

Ein Anwendungstest am Hanusch-Krankenhaus Wien ergab, dass nur jeder fünfte geriatrische Patient neun Aufgaben mit Bezug zur Compliance komplett richtig lösen konnte.

Von 200 Teilnehmern waren nicht in der Lage …

  • die verordnete Dosierung zeitlich zuzuordnen: 47 Prozent,
  • 10 ml Saft in einen Messbecher zu füllen: 39 Prozent,
  • eine Dosierhilfe entsprechend drei Dosisverordnungen zu füllen: 40,5 Prozent,
  • eine Dose mit Brausetabletten zu öffnen: 27,5 Prozent,
  • die Applikation „Brausetablette“ zu erklären und die Tablette in Wasser aufzulösen: 23 Prozent,
  • 20 Tropfen auf einen Teelöffel zu zählen: 23,5 Prozent,

Die Patienten waren im Durchschnitt 79 Jahre alt. Mit zunehmendem Alter wurden immer weniger Aufgaben korrekt gelöst.

Im Gesundheitsmonitor 2/2011 der Bertelsmann-Stiftung und der Barmer GEK wurde deutlich, dass mehr als die Hälfte der befragten Patienten Medikamente letztlich für Gift halten und Ärzte zu oft Medikamente verschreiben würden. 42 Prozent stimmten der Aussage zu: „Wenn man ein Medikament nicht verträgt, sollte man es besser wegwerfen.“ Andererseits gaben 97 Prozent der Befragten an, Medikamente tatsächlich wie vom Arzt verordnet einzunehmen. Bemängelt werden zu wenig Erläuterung zu Einnahmedauer oder Dosierung sowie unzureichende Infos über unerwünschte Effekte. Beipackzettel werden als verwirrend oder sogar Angst einflößend wahrgenommen.

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