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Foto: Welldone Werbeagentur GmbH/APA-Fotoservice/Schedl
Dr. Arschang Valipour, SMZ Baumgartner Höhe, Wien
 
Pulmologie 22. Oktober 2011

An einem Strang ziehen

Turbothek-Aktion von Ärzten und Apothekern soll zur Therapietreue von Asthma- und COPD-Patienten beitragen.

Viele Asthmapatienten absolvieren kein Schulungsprogramm, generell gibt es ein hohes Informationsdefizit bezüglich ihrer Lungenerkrankung. AstraZeneca Österreich startete die Fortbildungsreihe Turbothek, um Apotheker bei der Betreuung von Asthmapatienten zu unterstützen. Das Gesundheitsnetzwerk aus Krankenhaus, Pulmologe und Hausarzt soll durch die Einbeziehung des Apothekers als Berater deutlich dichter geknüpft werden.

 

Trotz der Fortschritte bezüglich der zur Verfügung stehenden Therapieoptionen sind viele Asthma-Patienten nicht optimal eingestellt. Die Hauptgründe dafür sind in einer mangelnden Therapietreue (Compliance) der Patienten zu suchen. Ein engmaschiges medizinisches und pharmazeutisches Versorgungsnetzwerk sowie eine verstärkte Aufklärung sollen die Compliance und damit auch die Asthmakontrolle verbessern – dies sieht auch eine verstärkte Einbindung der Apotheker vor.

Den Patienten schulen

„Patientenschulungen sind unverzichtbare Tools im Management von Asthma und COPD. Nach der Diagnose Asthma sollte jeder Patient Zugang zu einem strukturierten, zielgruppenspezifischen und qualitätsgesicherten Schulungsprogramm erhalten. Bedauerlicherweise gibt es jedoch keine flächen- und bedarfsdeckende Versorgung mit ambulanten Schulungsangeboten“, berichtet Dr. Arschang Valipour vom Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe Otto-Wagner-Spital, der die Fortbildungsreihe Turbothek aus lungenfachärztlicher Sicht betreute. Dabei wurde auch die Verwendung eines Inhalationsgerätes praktisch eingeübt. „Die Einschulung des Patienten in der korrekten Handhabung der inhalativen Therapie erfolgt in der Regel durch den Pulmologen. Aber auch der Apotheker ist oft mit Fragen zur Asthma- und COPD-Erkrankung und Problemen der Patienten bei der Handhabung mit dem Inhalationsgerät konfrontiert“, berichtet Valipour. Apotheker sind angehalten, bei Patienten, die wiederholt über Husten oder pfeifende Atmung berichten, eine entsprechende lungenfachärztliche Untersuchung zu empfehlen.

Wenn Patientenschulungen ambulant nicht möglich sind, müsse die Durchführung im Rahmen eines stationären Rehabilitationsverfahrens, eventuell auch in einer Akutklinik, geprüft werden, so Valipour. Die Asthmaschulung müsse jedenfalls ärztlich geleitet werden, sie kann aber interdisziplinär durchgeführt werden. Warum ist Schulung wichtig? Sie soll Patienten bzw. Anghörige dazu befähigen, die Symptome zu erkennen, zu werten, zu kontrollieren und bei einer Verschlechterung der Kontrolle eine rechtzeitige Therapieanpassung vorzunehmen, um Verschlechterung entgegenzuwirken. Die Asthmaprävalenz hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt, sie liegt in Österreich bei 5,8 Prozent. Betroffen von Asthma oder COPD sind in Österreich eine Million Menschen.

 

Quelle: 9. P-Air Presseclub, 21. September 2011, Wien.

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