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Infektiologie 22. Februar 2016

Die Nase frei

Eine behinderte Atmung begünstigt auch Sekundärinfektionen und sollte vermieden werden.

Der grippale Infekt ist eine der häufigsten Viruserkrankungen, die den Menschen im Laufe seines Lebens heimsucht. Begleitet wird dieser in nahezu jedem Fall von Schnupfen. Die kleinen Blutgefäße in der Nasenschleimhaut schwellen an, was die Nasenatmung behindert. Eine ungehinderte Nasenatmung ist aber für die Infektabwehr wichtig.

Niesattacken und eine laufende Nase sind in der Regel die ersten Zeichen dafür, dass eine Erkältung im Anmarsch ist. Der Körper versucht auf diese Art und Weise, Erkältungsviren, die die Nasenschleimhaut befallen haben, wieder loszuwerden. Lokal kommt es bei diesem Abwehrversuch zu einer entzündlichen Reaktion, und es wird vermehrt Schleim gebildet.

Akutes Geschehen

Schnupfen ist nicht immer nur ein akutes Erkältungssymptom. Sind Allergene wie Blütenpollen, Tierhaarproteine oder Hausstaubmilbenkot die Verursacher, liegt freilich ein allergischer Schnupfen (Rhinitis allergica) vor. Ist die Regulation der Blutgefäße gestört, die die Nasenschleimhaut versorgen, kann es zu Fließschnupfen kommen und auch chronischer Schnupfen, beispielsweise als Folge bestimmter Autoimmunerkrankungen, kann die Nasenatmung stark einschränken. Der akute Erkältungsschnupfens lässt sich mit der Selbstmedikation meist gut bewältigen.

OTC-Medikation

In der Regel verschwindet ein Erkältungsschnupfen innerhalb von sieben Tagen von allein. Da eine verstopfte Nase den Alltag und vor allem auch die Nachtruhe empfindlich stören kann, sind Rhinologika eine gute Empfehlung für Schnupfengeplagte. Zudem lässt sich so möglicherweise verhindern, dass sich der Infekt festsetzt. Das schützt vor einer bakteriellen Sekundärinfektion. Für die Selbstmedikation steht eine Vielzahl von Präparaten zur Verfügung.

Alpha-Sympathomimetika

Topische alpha-Sympathomimetika wie Oxymetazolin, Tramazolin und Xylometazolin sind die Klassiker unter den Rhinologika bei akutem Schnupfen. Zum Schutz vor einem Austrocknen der Schleimhaut enthalten manche Produkte Dexpan-thenol als Zusatz.

Entsprechende Substanzen sollten nicht länger als maximal sieben Tage angewendet werden. Für Kunden, die zum Beispiel durch Einnahme von Anticholinergika, trizyklische Antidepressiva, H1-Antihistaminika oder Diuretika unter einer trockenen Nase leiden, sind vasokonstriktorische Rhinologika ungeeignet, da diese die Nasenschleimhaut noch zusätzlich austrocknen.

Systemisch. Etwas langsamer als bei Tropfen oder Sprays setzt die abschwellende Wirkung bei systemisch verabreichten Sympathomimetika wie Pseudoephedrin und Phenylephrin ein. Sie sind in Kombinationsarzneimitteln enthalten, die zusätzlich schmerzstillende Substanzen wie Paracetamol oder auch schmerzstillende und fiebersenkende Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen enthalten. Auch Antiallergika werden mit Sympathomimetika kombiniert. Da systemisch wirkende Sympathomimetika die Gefäße im gesamten Körper enger stellen, kann es bei ihrer Einnahme zu einem Blutdruckanstieg, Herzrasen, Atemnot und Unruhe kommen. Bluthochdruckpatienten sollten sie daher meiden.

Sekretolytika

Sind auch die Nasennebenhöhlen entzündet, sorgen myrtol- und cineolhaltige Rhinologika dafür, dass Sekret wieder besser abtransportiert werden kann und unterstützen auf diese Weise den Selbstreinigungsmechanismus des Körpers. Die Nasenatmung funktioniert wieder besser. Aufgrund nachgewiesener symptomlindernder und heilungsfördernder Effekte bei der akuten, nicht bakteriellen Rhinosinusitis fanden Myrtol und Cineol Eingang in die aktuelle AWMF-Leitlinie „Rhinosinusitis“. Dieser zufolge lassen sich auch mit dem chemisch nicht definierten Extrakt aus fünf Phytopräparaten bei der Behandlung der radiologisch gesicherten akuten bakteriellen Rhinosinusitis mit Nasennebenhöhlenverschattung zusätzlich zur Basistherapie additive therapeutische Effekte erzielen. In einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie konnte zudem ein statistisch signifikanter Effekt eines Phytotherapeutikums, das Pelargonium sidoides enthält, auf die Symptome der akuten Rhinosinusitis nachgewiesen werden.

Salzlösungen

Iso- oder hypertone Nasalia sind Medizinprodukte. Sie enthalten Kochsalz, Meersalz oder die Inhaltsstoffe bestimmter Thermalwässer und sorgen auf physikalische Weise für eine Befeuchtung der Nasenschleimhaut. Zusätzlich wird Sekret flüssiger und kann leichter abfließen. Somit wirken iso-und hypertone Nasalia bei einem akuten Schnupfen unterstützend, hypertone Präparate auch leicht abschwellend. Einigen Nasalia werden inzwischen ätherische Öle wie Eukalyptus-, Thymian- oder Minzöl zugesetzt. Manche Hersteller setzen ihren Produkten pflegende Komponenten wie Dexpanthenol, Hyaluronsäure oder Aloe vera zu. Befeuchtende Sprays oder Tropfen können in aller Regel auch für einen längeren Zeitraum angewendet werden. Salzlösungen können zudem für Nasenspülungen genutzt werden.

Springer-gup

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