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Hustenreiz will gelindert werden.
 
Infektiologie 22. Februar 2016

Husten im Visier

Die Erkältungszeit könnte noch ein Späthoch erleben.

Ein winterliches „Erkältungshoch“ ist im Februar durchaus noch möglich. Dabei kann sich in den Wintermonaten, zu denen der Februar ja meteorologisch noch zählt, u.a. Grippe mit Gliederschmerzen, Schnupfen und Husten – vor allem festsitzender Husten mit Verschleimung und unangenehmem Hustenreiz – besonders ausgeprägt zeigen.

Tagsüber ist er meist quälend, nachts raubt er dann den Schlaf: Husten macht gerade, aber nicht nur, in der kalten Jahreszeit vielen Menschen zu schaffen und lässt Betroffene in der Apotheke Rat und Hilfe suchen. In der Empfehlung zur Selbstmedikation kann das Apothekenteam auf eine Reihe von Arzneimitteln mit rezeptfreien Wirkstoffen zurückgreifen. Ziel der Anwendung ist dabei zum einen, den Hustenreiz zu lindern und die Intensität sowie die Häufigkeit der Hustenstöße zu verringern. Zum anderen gilt es, die Schleimsekretion anzuregen und das Abhusten des Schleims zu erleichtern.

Locker und leicht soll er sein

Zum Sortiment der Hustenmittel gehören Expektoranzien (Husten- und Schleimlöser) sowie Antitussiva (Hustenblocker). Expektoranzien erleichtern das Abhusten des Schleims und werden ihrerseits nochmals unterteilt in Sekretolytika, Mukolytika und Sekretomotorika. Das Sortiment bietet Arzneimittel mit den Wirkstoffen Ambroxol, Bromhexin, N-Acetylcystein und Guaifenesin. Angewandt werden Expektoranzien ausschließlich bei produktivem Husten, wogegen Antitussiva (Wirkstoffe: Dextromethorphan, Pentoxyverin und Dropopizin) vor allem bei Reizhusten eingesetzt werden – und dies nur kurzzeitig. Welches Produkt dem Kunden letztlich empfohlen wird, richtet sich nach den jeweiligen Symptomen, über die er im Beratungsgespräch berichtet, nach deren Dauer und Intensität sowie im Einzelfall unter anderem auch danach, welche Arzneimittel der Betroffene über die Hustenmittel hinaus einnimmt. Wichtiger Bestandteil des Sorti-ments sind darüber hinaus Phytopharmaka. Da ein Pflanzenextrakt ein Gemisch verschiedener pharmakologischer Substanzen darstellt, lassen sich die Extrakte meist nicht eindeutig in Expektoranzien und Antitussiva unterteilen. In Fertigarzneimitteln kommen gegen Husten beispielsweise Kombinationen von Efeuextrakt mit einem Extrakt aus Thymianblättern zum Einsatz sowie eine Kombination aus Thymian und Primelwurzel. Eingesetzt werden zudem Myrtol (ein Mischdestillat aus rektifiziertem Eukalyptus-, Süßorangen-, Myrten- und Zitronenöl), Cineol (ein wirksamkeitsbestimmender Wirkstoff in Eukalyptusöl) sowie Pelargoniumwurzelextrakte.

Individuelle Produktwahl

Welches Präparat sich letztlich für den jeweiligen Kunden am besten eignet, richtet sich nicht zuletzt auch danach, welche Darreichungsform die individuellen Bedürfnisse abdeckt, ob Tabletten, Brausetabletten, Tropfen oder Säfte. So können für Kunden, die viel unterwegs sind, Tabletten besonders praktisch sein, Brausetabletten wiederum haben den Vorteil, dass sie zusätzliche Flüssigkeit liefern. Ergänzen lassen sich die Empfehlungen in jedem Fall durch den zusätzlichen Hinweis auf Lutschpastillen, Hustenbonbons, Einreibungen oder Tees.

Springer-gup

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