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Chirurgie 5. Mai 2014

Antibiotika statt Operation

Eine Blinddarmentzündung kann in manchen Fällen auch ohne Operation behandelt werden. Eine neue Studie des Research Institute at Nationwide Children’s Hospital, USA, hat jetzt nachgewiesen, dass häufig Antibiotika alleine die bessere Alternative sein könnte, wie die New York Times berichtet.

In einer Analyse wurden 77 unkomplizierte akute Erkrankungen untersucht, die bestimmten Kriterien entsprachen. Die Patienten waren zwischen 7 und 17 Jahren alt. Ihre Schmerzen bestanden für 48 Stunden oder weniger. Die Zahl der weißen Blutkörperchen war bei ihnen mit weniger als 18.000 nur leicht erhöht. Die Computertomografien oder Ultraschalluntersuchungen zeigten, dass ihr Blinddarm nicht geplatzt war.

30 Patienten entschieden sich dafür, nicht sofort operiert zu werden und wurden daher für mindestens 24 Stunden intravenös mit Antibiotika behandelt. Für eine weitere Woche erhielten sie die Antibiotika in Tablettenform. Jedes Kind, bei dem sich nicht innerhalb von 24 Stunden eine Besserung einstellte, wurde operiert. Von diesen 30 Kindern benötigten zwei innerhalb von 24 Stunden eine Operation. Ein drittes Kind wurde einen Tag nach der Entlassung operiert, da sich die Symptome nicht ausreichend verbessert hatten. Keines litt in der Folge an Komplikationen.

Die anderen 27 Kinder fehlten weniger Tage in der Schule und konnten ihre Aktivitäten früher aufnehmen als die Kinder, bei denen eine Operation durchgeführt worden war. Laut Katherine J. Deans, eine der Studienautorinnen, gelten Operationen bei Blinddarmentzündungen schon seit so langer Zeit als die einzige Behandlungsmöglichkeit, dass für andere Alternativen ein deutlicher Paradigmenwechsel erforderlich wäre.

Originalpublikation: Peter C. Minneci et al. Journal of the American College of Surgeons Online: April 12, 2014

innovationsreport, Ärzte Woche 19/2014

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