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Infektiologie 1. Jänner 2011

Dominanz von CTX-M Gruppe 1 Betalactamase Enzymen in ESBL produzierenden E. coli von Harnproben ambulanter Patienten in Nord- und Südtirol

Extended Spektrum β-Lactamasen (ESBL) Enzyme nehmen weltweit an Bedeutung zu. Seit einigen Jahren findet man vermehrt CTX-M (Cefotaxim resistent, Typ München) Genotypen nicht nur im Krankenhaus sondern auch im ambulanten Bereich. Da ESBL bei E. coli in hospitalisierten Personen in Nordtirol in den letzten Jahren dramatisch angestiegen sind, untersuchten wir in einer kleinen Pilotstudie 28 E. coli Isolate ambulanter Patienten von Nord- und 34 von Südtirol. Mittels etablierter PCR Methoden fanden wir in fast 90 % der ESBL Isolate blaCTX-M Gruppe 1 und nur vereinzelt Gruppe 2 oder 9 Enzyme. Dies ist im Widerspruch zu einer früheren Studie in lokalen Klinikproben und könnte ein Hinweis für die Anreicherung von ESBL Isolaten im Krankenhausumfeld darstellen. blaTEM, blaOXA-1 und Aminoacyltransferase aac(6′)-lb waren signifikant häufiger in Nordtirol, wo auch blaSHV gefunden wurde. Die Gesamtprävalenz 2009 von ESBL in E. coli in Harnproben ambulanter Patienten eines lokalen Labors in Nordtirol war 7,6 %, jene in Südtirol 5%. Es wurde auch nach Plasmid codierten Gene gesucht, welche zu einer Chinolon Resistenz beitragen können. qnr (A,B,C,D,S) Gene fanden sich in etwa 5 % der ESBL coli, wobei qnrA nur einmal in Nordtirol und qnrS 2 mal im benachbarten Südtirol gefunden wurden. Diese Daten bestätigen dass ESBL produzierende E. coli zu bedeutenden Erregern von Harnwegsinfektionen auch bei ambulanten Patienten geworden sind.

Hartwig P. Huemer, Angelika Eigentler, Richard Aschbacher, Clara Larcher, Wiener klinische Wochenschrift 1/2/2011

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