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Tipp: Praxis -Handbuch

Handbuch 
ABSantibioticstewardship im Niedergelassenen Bereich
Diagnose und Therapie von Infektionskrankheiten
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Antibiotika 18. November 2010

ABS-Pilotprojekt: Erfolg mit Handbuch für die Praxis

Vor dem Hintergrund steigender Resistenzen aufgrund teilweise unkritischen Antibiotikaeinsatzes bedarf es kollektiver Bemühungen, um auch in Zukunft die Verfügbarkeit wirksamer Antibiotika sicher zu stellen. Ein Pilotprojekt in Oberösterreich zeigt jedoch die Mühen zwischen den unterschiedlichen Ebenen auf. Die Fortsetzung ist ungewiss.

Optimierter Antibiotikaeinsatz

ABS (antibioticstewardship) bietet Krankenhäusern und dem Niedergelassenen Bereich Hilfsmittel für einen optimierten Antibiotika-Einsatz, um mögliche negative Folgen eines unkritischen Antibiotika-Gabe zu reduzieren. Denn ein inadäquater Einsatz hat nicht nur negative finanzielle Auswirkungen, sondern vor allem negative Folgen für Patienten, einschließlich der Entwicklung antibiotika-resistenter Krankheitserreger.

ABS & Niedergelassener Bereich

Seit mehr als 10 Jahren werden ABS-Aktivitäten für Krankenhäuser in Österreich durch die ABSGROUP durchgeführt. Diese Maßnahmen von Krankenhäusern können jedoch nicht unabhängig von jenen der niedergelassenen Ärzte in einer Region betrachtet werden. Vor allem werden die meisten Antibiotika in Österreich extramural verordnet. Daher erarbeitete die Arbeitsgruppe "ABS & Niedergelassener Bereich" im Auftrag des BMGFJ von Juli bis Oktober 2008 ein Konzept, das eine Ist-Analyse sowie einen Ziele- und Umsetzungsplan für ABS & Niedergelassener Bereich beinhaltete.

Ziele zur Gewährleistung einer entsprechenden Behandlungsqualität und als Beitrag zur Patientensicherheit sind: 

1. Förderung der Qualität des (antibiotikabezogenen) Management von Infektionskrankheiten

2. Leistung eines Beitrags zu Kosteneinsparungen durch einen adäquaten Antibiotikaeinsatzes

3. Leistung eines Beitrags zur Reduktion von antibiotika-bezogenen Resistenzen durch einen adäquaten Antibiotikaeinsatz und

4. Förderung der Anitibiotika-bezogenen Kooperation von Krankenhäusern und Niedergelassenen Ärzten.

Pilotprojekt in Oberösterreich


Im Mai 2009 wurde das Pilotprojekt "ABS & Niedergelassener Bereich OÖ" in den Pilotregionen Linz, Kirchdorf und Rohrbach gestartet. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung und Umsetzung von ABS Maßnahmen einerseits für den Niedergelassenen Bereich und andererseits für die Kooperation mit dem Krankenhaus, wie zum Beispiel Infektionsbogen und gemeinsame Workshops.

Für jede Pilotregion wurde ein AB Koordinator definiert, der als Ansprechpartner für die Allgemeinmediziner der Region wurde. Seine Aufgabe ist es Informationen an die zentrale Projektstelle weiter zu leiten und regionale Veranstaltungen zu organisieren. Ernannt wurden diese durch die OBGAM, in Absprache mit der OÖÄK und der Bezirksärztevertretung.

So wurde zum Beispiel im Bezirk Rohrbach als erstes Qualitätszirkelthema "die Harnwegsinfekte" gewählt, um die Resistenzsituation in der Region und der einzelnen Praxis festzustellen. Zusätzlich wurde der Beschluss gefasst, fünf Monaten hindurch bei allen unkomplzierten Harnwegsinfekten ein Uricult einzusenden, deren Auswertung auch noch jetzt durch eine Analyse im Biolab erfolgt. "Derzeit nehmen nur 5 von 27 niedergelassenen Allgemeinmediziniern im Pilotprojekt Rohrbach teil", so Dr. Erwin Rebhandl Arzt für Allgemeinmedizin in Haslach/Mühl, OÖ und Koordinator des Regional-Projekts.

Ergebnisse des Pilotprojekts

Das erste Ergebnis des Pilotprojekts ist das Handbuch "ABSantibioticstewardship im Niedergelassenen Bereich - Diagnose und Therapie von Infektionskrankheiten". 

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 Es beinhaltet Diagnose und Therapie für die häufigsten Krankheitsbilder im Niedergelassenen Bereich. Das heißt Infektionen der oberen und unteren Atemwege, der Harnwege, der Haut- und Weichteile und Durchfallerkrankungen. Kapitel zur mikrobiologischen Diagnostik, zur Resistenz- und Verbrauchssituation in Österreich sowie zu ABS Hilfsmittel und zur ABS Organisation runden das Handbuch ab.

Handbuch für den Niedergelassenen Bereich 

Da das Handbuch bereits nach kurzer Zeit vergriffen war, ist eine Neuauflage für anfang nächsten Jahres geplant. Zur Vorstellung des Handbuches, des Pilotprojekts und vor allem der zugrunde liegenden Resistenzproblematik fanden in den drei Pilotregionen Informationsveranstaltungen für Niedergelassene Ärzte/innen statt. Darauf aufbauend wurde eine vertiefende ABS Fortbildung angeboten, die am 10. April 2010 in Linz stattfand und an der 15 Personen teilnahmen.

Ausblick

Faktum ist, dass die Sinnhaftigkeit und Wichtigkeit dieses Themas allgemein anerkannt ist, das Engagement der Kolleginnen und Kollegen allerdings eher gering bleibt. Auch besteht leider keine Finanzierungsbereitschaft. Folglich ist die Fortsetzung und der Rollout fraglich, so Rebhandl abschließend.

Fakten ABS & Niedergelassener Bereich 

In das Projekt eingebunden waren als Partner das Bundesministerium für Gesundheit, das Land Oberösterreich, das Nationales Referenzzentrum für nosokomiale Infektionen und Antibiotikaresistenz, die OÖÄK, OÖGKK, OBGAM und ÖGAM, die Kooperations-Krankenhausträger (gespag, KH Elisabethinen Linz, Vinzenz Gruppe) und analyse BioLab.

Finanziert wurde dieses Pilotprojekt durch Eigenfinanzierung der ABSGROUP und durch die gespag (Oö. Gesundheits- und Spitals-AG), das A.ö. Krankenhaus Elisabethinen Linz sowie durch die Firma Sandoz finanziell unterstützt.

Friederike Hörandl

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