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Urologie 12. September 2014

Oft Anwendungsfehler bei PDE-5-Hemmern

Bringen Phospodiesterase-Hemmer nicht den gewünschten Erfolg, handelt es sich in den wenigsten Fällen um ein Therapieversagen.

PDE-5-Hemmer haben die Behandlung von Männern mit Erektionsstörungen revolutioniert. Doch nicht immer wirken die Substanzen optimal. Ehe man jedoch von einem Therapieversagen ausgeht, lohnt es sich, die Anwendung genauer unter die Lupe zu nehmen.

In den meisten Fällen verhindern schlichtweg Einnahmefehler die optimale Wirkung, wie sich in einer prospektiven Studie aus Spanien herausgestellt hat. So konnte bei zwei Drittel von 250 als Non-Responder eingestuften Probanden mindestens eine Abweichung von den Therapieempfehlungen feststellen.

In die Studie aufgenommen wurden Männer, die sich zwischen Januar 2010 und Juni 2011 in der andrologischen Abteilung der Universitätsklinik vorgestellt hatten, weil sich ihre Erektionsstörungen unter Einnahme von PDE-5-Hemmern nicht besserten und sie sich deshalb über invasive Verfahren beraten lassen wollten. Als Ausschlusskriterien galten eine operations- sowie testosteronmangelbedingte erektile Dysfunktion. Die korrekte Anwendung der Substanz überprüften Otero und sein Team wie folgt: Sie fragten nach einer adäquaten sexuellen Stimulation, ob der PDE-5-Hemmer mindestens an sechs verschiedenen Tagen getestet und ob bereits die maximale Dosis ausgeschöpft wurde, ob das Medikament wie empfohlen auf leeren Magen geschluckt oder zuvor gegessen und vor allem Alkohol getrunken wurde, ob die Wartezeiten von einer Stunde bei Sildenafil und Vardenafil beziehungsweise zwei Stunden bei Tadalafil eingehalten wurden und schließlich, ob bereits verschiedene PDE-5-Hemmer ausprobiert wurden.

Die häufigsten Einnahmefehler

Tatsächlich wichen 172 Patienten (69 %) in mindestens einem Punkt von den Therapieempfehlungen ab; 42 Prozent in zwei, 28 Prozent in drei und 7 Prozent sogar in mehr als drei.

Der häufigste Fehler mit 41 Prozent war, lediglich einen PDE-5-Hemmer getestet zu haben und nicht verschiedene Substanzen. An weniger als sechs verschiedenen Tagen hatten es 32,8 Prozent versucht und 30,8 Prozent hatten nicht die maximale Dosis ausgeschöpft.

Schulungsprogramm hilft

An einem Schulungsprogramm nahmen schließlich 115 der 172 Patienten teil; 88 mit dem erhofften Erfolg. Bei 27 von ihnen blieb die PDE-5-Hemmer-Wirkung trotz allem aus.

Anwendungsfehler sind der häufigste Grund für eine unzureichende PDE-5-Hemmer-Wirkung, schlussfolgern die Autoren. Immerhin zwei Drittel ihrer Patienten seien irrtümlich als Non-Responder eingestuft worden und 75 Prozent der Schulungsteilnehmer sprachen danach hervorragend auf die orale Therapie an. Angesichts dieser Zahlen fordern die Autoren, bei der Verschreibung eines PDE-5-Hemmers umfassend darüber aufzuklären, worauf bei der Einnahme der jeweiligen Substanz zu achten ist.

Originalpublikation: Otero JR et al.: Urology 2014, online 15. April

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